Errettet aus Gnade

Der Heilige Geist ist der Urheber aller Aspekte des Heils (Wiedergeburt, Buße, Glaube, Rechtfertigung, Heiligung, Ausharren). Diese Aussage wollen wir im Folgenden mit Bibelverse untermauern.


3.1 Die Aspekte des Heils und der Heilige Geist

Gott rettet uns durch die Erneuerung im Heiligen Geist. Der Geist ist unser ewiges Leben, ja er ist der Herr selbst. Er lebt mit uns und in uns. Alle Aspekte des Heils während unseres irdischen Lebens (Wiedergeburt, Buße, Glaube, Rechtfertigung, Heiligung, Ausharren) werden durch den Heiligen Geist gegeben und betätigt:

 

Joh 6,63: „Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.“

Joh 14,7: „Wenn ihr mich erkannt hättet, so hättet ihr auch meinen Vater erkannt; und von nun an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“

Rö 8,9-10: „Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.“

1Kor 3,16-17: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.“

Gal 4,6: „Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!“

 

Die Wiedergeburt ist das Werk des Heiligen Geistes:

Joh 3,5: „Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!“

Tit 3,5: „… da hat er uns – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit – errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes, …“

 

Die Bekehrung in ihren zwei Aspekten der Buße und des Glaubens ist sein Werk:

Apg 11,15-18: „Als ich aber zu reden anfing, fiel der Heilige Geist auf sie, gleichwie auf uns am Anfang. Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden. Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe verliehen hat wie auch uns, nachdem sie an den Herrn Jesus Christus gläubig geworden sind, wer war ich denn, dass ich Gott hätte wehren können? Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben!“

1Kor 12,13: „Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.“

 

Der Geist vermittelt uns die Heilsgewissheit:

Rö 8,16: „Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ (symmartyrei: mitzeugen)

 

Der Geist gibt die Rechtfertigung:

1Kor 6,11: „Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!“

 

Der Geist gibt die Sohnschaft:

Rö 8,15: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“

Gal 4,4-6: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!“

 

Der Geist bewirkt unsere Heiligung:

2Thess 2,13: „Wir aber sind es Gott schuldig, allezeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, …“

1Pe 1,2: „… die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!“

 

Der Geist gibt Ausharren und Bewahrung:

Eph 1,13-14: „In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit.“

Eph 4,30: „Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung!“

2Kor 1,22: „… er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben.“

 

Weiterhin redet die Schrift über die Geistesgaben und die Frucht des Geistes, welche ebenfalls nicht voneinander zu trennen sind. Die Geistesgaben sollten in Erweisung der Frucht des Geistes ausgeübt werden, wobei die Frucht eine Einheit ist. Das griechische Wort für Gabe ist charisma. In diesem Sinne ist die gesamte Gemeinde Christi charismatisch, denn jeder Gläubige besitzt eine oder mehrere Gaben des Geistes, welche meist nicht spektakulär sind, welche aber im Alltag ausgeübt werden sollen, und zwar in Erweisung der Frucht des Geistes (Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung; vgl. Gal 5,22). Gott kann auch heute noch Wunder wirken, wenn er es möchte, und er tut es immer wieder selbst oder durch einzelne Gläubige. Auch wundersame Gebetserhörungen finden bisweilen noch statt. Die regelmäßige Ausübung von Wundergaben (wie etwa die Heilungsgabe der Apostel, ausgeübt durch ein einfaches Gebet in der Kraft des Herrn und in allen erforderlichen Situationen zuverlässig abrufbar) ist in der heutigen Gemeinde nicht mehr präsent. Der Herr selbst bevollmächtigte seine Jünger, um durch Ausübung von Wundergaben die Identität des Messias Israels im ganzen Land zu beglaubigen und bekannt zu machen. Das ist heute in den allermeisten Situationen nicht mehr notwendig, wenngleich aus der Weltmission immer wieder vereinzelte Messiaswunder berichtet worden sind.

 

Apg 14,3: „Doch blieben sie längere Zeit dort und lehrten freimütig im Vertrauen auf den Herrn, der dem Wort seiner Gnade Zeugnis gab und Zeichen und Wunder durch ihre Hände geschehen ließ.“

Rö 15,18-19: „Denn ich würde nicht wagen, von irgendetwas zu reden, das nicht Christus durch mich gewirkt hat, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk, in der Kraft von Zeichen und Wundern, in der Kraft des Geistes Gottes, sodass ich von Jerusalem an und ringsumher bis nach Illyrien das Evangelium von Christus völlig verkündigt habe.“

2Kor 12,12: „Die Zeichen eines Apostels sind unter euch gewirkt worden in aller Geduld, in Zeichen und Wundern und Kraftwirkungen.“ (Wunder als Zeichen der Apostel)

Gal 5,22: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“

1Tim 5,17: „Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre wertgeachtet werden, besonders die, welche im Wort und in der Lehre arbeiten.“

2Tim 2,24: „Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern milde sein gegen jedermann, fähig zu lehren, geduldig im Ertragen von Bosheiten;“ (Geduld)

Tit 1,5: „Ich habe dich zu dem Zweck in Kreta zurückgelassen, damit du das, was noch mangelt, in Ordnung bringst und in jeder Stadt Älteste einsetzt, so wie ich dir die Anweisung gegeben habe:“

1Pe 4,10-11: „Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes: Wenn jemand redet, so [rede er es] als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so [tue er es] aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Weitere Stellen: 1Kor 12 (Die Geisteswirkungen und Gnadengaben in der Gemeinde); 1Tim 3,1-13 (Voraussetzungen für Ältestenschaft und Diakoniegabe); Mt 9,35; 10,1; 11,4-6; Lk 10,1+9; Joh 10,25-26+38; Apg 2,22; 14,3; Ps 91,15; 103,3; Jes 38,2-5; Mt 15,21-28; Mk 11,24; Lk 11,9-10; Joh 4,46-53; 15,7; 1Joh 5,14-15

 

Natürlich muss hier auch Jak 5,14-16 erwähnt werden. Eine Person ist zu krank um zur Gemeinde zu gehen und ruft die Ältesten zu sich nach Hause. Diese massieren ihn mit Öl ein (aleipsantes elaio). Die rituelle Salbung mit Öl hat ein anderes griechisches Wort (chrio), welches gerade hier nicht vorkommt. Das Einmassieren mit Öl geschah also hier zu medizinischen Zwecken, und es wurde von einem Gebet begleitet. Damals wie heute nahmen die Gläubigen also die verfügbaren medizinischen Maßnahmen in Anspruch und beteten gleichzeitig zu Gott um einen Erfolg für die Behandlung. „Herr, wenn Du es willst, dann bitten wir Dich, dass Du unseren Kranken gesund machst, wenn wir ihn mit Öl einreiben“. Nur wenn es Gottes Wille ist, dann wird dieses Gebet den Kranken wieder aufrichten, sonst jedoch nicht. So ist der Satz zu verstehen, dass Gott ihn aufrichten wird (wenn er es will).

Es konnte und kann in einigen Fällen so sein, dass Sünde die Ursache für die Erkrankung ist (1Kor 11,30). Dies ist jedoch nicht zwangsläufig der Fall (Joh 9,3). Wenn der Herr einen in Sünde gefallenen Gläubigen durch die Krankheit am Besuch der Versammlung gehindert hat, dann sollte die Sünde den Ältesten bekannt werden. Wenn es Gottes Wille ist, dann wird er auf das gläubige Gebet der Ältesten hin die Heilung nicht nur in körperlicher Hinsicht schenken, sondern auch in geistlicher Hinsicht. Somit hat die Jakobusstelle nichts mit einer rituellen Salbung und einer daran gekoppelten wundersamen Heilung zu tun. Sie redet lediglich über die gläubige Anwendung verfügbarer medizinischer Maßnahmen unter ebenfalls gläubiger Gebetsbegleitung durch die Ältesten. Wenn der Herr will, wird er heilen, sonst nicht. Von Heilungsgottesdiensten in jeglicher Form ist aus biblischer Sicht abzuraten, auch besteht kein biblisch begründbarer Anspruch auf Heilung. Darüber hinaus sollten die Gläubigen einander ihre Sünden bekennen und füreinander beten.

 

2Kor 12,7-10: „Und damit ich mich wegen der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er von mir ablassen soll. Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne. Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“

Phil 2,27: „Er war auch wirklich todkrank; aber Gott hat sich über ihn erbarmt, und nicht nur über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht eine Betrübnis um die andere hätte.“

2Tim 4,20: „Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich in Milet krank zurück.“

 

Die Aussage, dass ein Mensch nicht genug Glauben hat um geheilt zu werden, ist gesetzlich und grausam. Die Gemeinde sollte den Kranken dienen in praktischer Hilfe einschließlich der Vermittlung oder Durchführung einer medizinischen Behandlung und zugleich um ihre Heilung beten, wobei es keine Heilungsgarantie geben kann. Manche Gläubige haben gerade mit einer unheilbaren Krankheit oder Schwäche dem Herrn in einer Art und Weise gedient, wie es sonst nicht möglich gewesen wäre. Das vorrangige Ziel unseres Dienstes für den Herrn ist und bleibt nicht körperliche Heilung, sondern Errettung von verlorenen Menschen und die Ausrüstung der Gläubigen zum Dienst. Dazu gibt der Heilige Geist die Kraft und Energie.

 

Apg 1,8: „… sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!“

Rö 1,16: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen;“

1Kor 2,4-5: „Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft.“

 

3.2 Die Frucht des Geistes

Die Frucht des Geistes nicht von den Geistesgaben getrennt werden, denn die Gaben werden in Erweisung der Frucht des Geistes ausgeübt. Der Heilige Geist ist eine Person und hat seinen Charakter: den Charakter Gottes! Die Frucht des Geistes ist eine Einheit, daher steht sie in Gal 5 im Singular. Die Werke des Geistes und seine Gaben sind hingegen eine Vielzahl. Wir können daher gerettet werden, auch wenn wir nicht sehr viele Geistesgaben besitzen. Wir können allerdings nicht gerettet sein ohne die Erweisung der Frucht des Geistes. Wenn diese Frucht sich nicht erweist, dann sind wir nämlich überhaupt nicht neugeboren.

Der Heilige Geist hat unzählige göttliche Gaben und Fähigkeiten. Er hat entweder in uns Wohnung genommen oder nicht. Wenn er in uns wohnt, dann wird er auch sichtbar. Wenn wir uns ganz der Leitung des Geistes hingeben, dann wird seine gesamte Frucht in allen Aspekten in uns wachsen. Deshalb können wir diese Frucht auch noch nicht in vollem Umfang in einem Neubekehrten erwarten, denn sie ist noch nicht vollständig ausgebildet. Wachstum benötigt Zeit und Pflege. Die ganze Frucht ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Nachfolgend noch einige kurze Aspekte:

 

Rö 13,10: „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“ (christliche Liebe (agape); Hingabe, nicht emotionale Liebe)

1Kor 13,4-7: „Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.“ (Beschreibung der agape)

1Pe 1,8: „Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, …“

Phil 4,7: „Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!“

 

3.3 Die Taufe mit dem Heiligen Geist

Die Taufe mit dem Heiligen Geist wird vor allem von Charismatikern hochgehalten und mit Wundergaben (Prophetie, Zungenrede, Heilungen) in Verbindung gebracht. Sie wird an eine zweite Erfahrung des Christen nach seiner Bekehrung geknüpft. Diese Lehre hat jedoch keine biblische Grundlage. Der Begriff kommt sechsmal vor:

 

Mt 3,11: „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, sodass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.“

Mk 1,8: „Ich habe euch mit Wasser getauft; er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.“

Lk 3,16: „… antwortete Johannes allen und sprach: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm seinen Schuhriemen zu lösen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.“

Joh 1,33: „Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Der, auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist's, der mit Heiligem Geist tauft.“

Apg 1,5: „… denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.“

Apg 11,16: „Da gedachte ich an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden.“

 

In den Evangelien und in Apg 1,5 handelt es sich stets um einen Hinweis auf die kommende Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsttag in Jerusalem. Apg 11,16 gibt einen Rückblick auf den Tag, als der Heilige Geist unter der Verkündigung des Evangeliums auf Kornelius und sein Haus in Caesarea gekommen war. Alle Ereignisse liegen also von heute aus gesehen in der weiten Vergangenheit.

Wie ist die Taufe mit dem Heiligen Geist nun wirklich zu verstehen? Außer den oben genannten sind folgende Verse relevant:

 

Apg 2,4: „Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.“

Apg 11,13b-15: „Sende Männer nach Joppe und lass Simon mit dem Beinamen Petrus holen; der wird Worte zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus. Als ich aber zu reden anfing, fiel der Heilige Geist auf sie, gleichwie auf uns am Anfang.“

1Kor 12,13: „Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist.“

Eph 1,13: „In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, …“

 

Diese Verse sagen in ihrer Gesamtheit aus, dass die Gemeinde der Leib Christi ist, und dass der Gläubige im Augenblick seiner Errettung durch den Heiligen Geist in diesen Leib hineingetauft wird. Dies geschieht, sobald er das Evangelium seiner Errettung geglaubt hat. Es geschah mit den Gläubigen in Caesarea ebenso wie mit den Aposteln am Pfingsttag in Jerusalem. Die Taufe des Christen mit dem heiligen Geist ist somit identisch mit der Wiedergeburt, und sie geschieht mit allen Christen im Augenblick ihrer Errettung.

Obwohl alle Gläubigen den Heiligen Geist in Ewigkeit innewohnend besitzen, sind sie doch nicht zu jeder Zeit mit dem Geist erfüllt. Sie können weltlich leben und Eigenschaften zeigen, welche der alten Natur entsprechen. Daher werden sie im Wort aufgefordert, die Dinge des alten Lebens abzutöten und in der Fülle des Geistes zu wandeln.

Gläubige werden bisweilen für die Ausführung bestimmter Aufgaben um die Erfüllung mit dem Geist bitten. Generell sollten wir jedoch alle bestrebt sein, uns mit dem Geist erfüllen zu lassen, damit die Welt unsere geistliche Stellung erkennt und unser Licht leuchten kann. Wie kann sich die Erfüllung zeigen? Gemeinschaftliche Anbetung der Gläubigen mit gegenseitiger Erbauung. Singen und Spielen dem Herrn in unseren Herzen, eine freudige innere Disposition, jedoch gerade nicht ein emotionaler Überschwang mit charismatischem Lobpreis bis zum Abwinken. Dankbarkeit in allen Dingen. Unterordnung unter unsere Mitchristen als Ausdruck der Unterordnung unter den Herrn. Einige Schriftstellen:

 

Apg 4,8+31: „Da sprach Petrus, vom Heiligen Geist erfüllt, zu ihnen: Ihr Obersten des Volkes und ihr Ältesten von Israel, (…) Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.“

Apg 6,3-4: „Darum, ihr Brüder, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind; die wollen wir für diesen Dienst einsetzen, wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben!“

Apg 11,24: „… denn er war ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens; und es wurde dem Herrn eine beträchtliche Menge hinzugetan.“

Apg 13,9 und 52: „Saulus aber, der auch Paulus heißt, voll Heiligen Geistes, blickte ihn fest an (…) Die Jünger aber wurden voll Freude und Heiligen Geistes.

 

Eph 5,18-21: „Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes; redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen; sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus; ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes!“ (hier das Verb plerousthe als Befehlsform, dazu noch in der Präsensform: alle Gläubigen sollen vom Geist erfüllt sein, und zwar fortwährend). Es ist eine lebenslange Herausforderung, und zwar täglich neu. Dies beinhaltet tägliches Gebet und tägliches Studium der Heiligen Schrift, denn der Geist führt uns durch das Wort. Der Geist gibt uns Kraft, aber nicht nach dem Batterieprinzip, sondern nach dem Steckerprinzip. Wir müssen ständig an ihn gekoppelt sein.

 

Gal 5,16+25: „Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. (…) Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln.“

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