Errettet aus Gnade

In diesem Kapitel wollen wir uns den Begriff der "Heilsordnung" näher anschauen. Dabei geht es um Begriffe wie Wiedergeburt, Glaube, Buße, Rechfertigung etc.
 


Der Begriff „Heilsordnung“ (ordo salutis) wurde 1737 von dem lutheranischen Theologen Jacob Carpov geprägt. Viele Theorien darüber sind seither im Umlauf. Manche Theologen sehen eine streng chronologische (zeitliche) Abfolge der verschiedenen Aspekte des Heils (John Murray und andere). Murray gibt die folgende chronologische Reihenfolge an:

Berufung, Wiedergeburt, Glaube und Buße, Rechtfertigung, Annahme als Sohn, Heiligung, Ausharren, Verherrlichung.

Manche nehmen eine Mittelstellung ein und reden von einem eher logischen als chronologischen Zusammenhang der Aspekte (Louis Berkhof und andere). Berkhof gibt die folgende nicht streng chronologische Ordnung an, wobei er bestimmte Aspekte als gleichzeitig ansieht:

Berufung, Wiedergeburt, Bekehrung (zusammen mit Buße und Glauben), Rechtfertigung, Heiligung, Ausharren, Verherrlichung.

Wieder andere (G.C. Berkouwer) gehen weder von einer logischen noch von einer chronologischen (zeitlichen) Ordnung aus und repräsentieren somit das andere Extrem.

Worin liegt nun die Schwierigkeit? Herman Bavinck bringt es auf den Punkt: „Wiedergeburt, Glaube, Bekehrung, Erneuerung und ähnliche Begriffe deuten in der Bibel oftmals nicht auf eine Reihenfolge von bestimmten Schritten in der Errettung hin, sondern fassen in ihrer Gesamtheit eher in Einzelbegriffen die komplette Veränderung zusammen, welche in einem erretteten Menschen stattfindet.“ Die Bibel selbst nennt ebenfalls nicht immer dieselbe Reihenfolge:

 

Rö 8,28-30: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.“

1Kor 6,11: „Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!“

 

Die eigentliche Reihenfolge der Aspekte des Heils ist also nach dem Zeugnis der Schrift, welches ja für alle unsere Lehren maßgeblich ist, sekundär. So ist Glaube nicht nur einer von vielen aufeinander folgenden Schritten in der Errettung, sondern er muss auch nach der Wiedergeburt ebenso wie die Buße bis zum Ende des Lebens immer wieder betätigt werden. Rechtfertigung und Heiligung sind keine aufeinanderfolgenden Schritte, sondern sie geschehen zu gleicher Zeit. Im Augenblick seiner Rechtfertigung ist der Gläubige auch bereits grundsätzlich geheiligt, wenngleich sich der Prozess der praktischen Heiligung das ganze Leben hindurch fortsetzt. Liebe und Hoffnung sind ebenso wichtig im Prozess der Rettung wie der Glaube.

Die Wiedergeburt geschieht ebenfalls in einem Augenblick. Sie ist zu definieren als der Akt des Heiligen Geistes (nicht zu trennen von der Predigt des Wortes) durch welchen er eine Person zum ersten Mal in die lebendige Gemeinschaft und Einheit mit Christus bringt, und durch welchen der Heilige Geist das Herz dieser Person so verändert, dass sie vom geistlichen Tod in das ewige geistliche Leben übergeht. Diese Neuschöpfung kann nur Gott bewirken.

 

Joh 1,13: „… die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“

1Kor 1,30: „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, …

2Kor 5,17: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!“

 

Die Wiedergeburt oder Neugeburt hat zwar die kausale Priorität (den ursächlichen Vorrang) gegenüber den anderen Aspekten, denn ohne sie gibt es keine Errettung und kein Heil. Das bedeutet aber nicht, dass sie zeitlich den anderen Aspekten vorangeht. Mit der Wiedergeburt und dem Glauben verhält es sich zum Beispiel so, als würde man den Lichtschalter betätigen und im selben Augenblick den gesamten Raum erleuchten. Beide Aspekte geschehen gleichzeitig. Im Augenblick seiner geistlichen Neugeburt beginnt die errettete Person zu glauben. Sie beginnt auch die damit verbundenen Aspekte des Heils zu verwirklichen und zu erfahren. Die Bekehrung schließt Glauben und Buße mit ein, denn sonst ist es keine echte Bekehrung. Ebenso geschieht die Rechtfertigung im Augenblick des Glaubens, denn sie ist aus Glauben. Sie ist somit auch mit der Bekehrung und mit der Buße verbunden. Ebenso beginnt auch das Ausharren im Glauben in dem Moment, in welchem der Glaube beginnt. Die Segnungen des Heils können zwar begrifflich unterschieden werden, aber wir können sie nicht streng sachlich oder zeitlich voneinander trennen.

Wir sollten somit nicht von einer Heilsordnung mit aufeinander folgenden Schritten sprechen, sondern vielmehr von einem Weg des Heils, der das Werk des Heiligen Geistes im erretteten Menschen ist, und der von der Wiedergeburt bis zur endgültigen Verherrlichung geht. Das Heil des Menschen ist somit eine ganzheitliche Gabe und ein Geschehen, welches sich durch das gesamte Leben des Gläubigen hindurch wie eine Blume immer weiter entfaltet und sichtbar wird. Man kann auch sagen, dass es eine Frucht ist, die immer weiter heranreift.

 

2.1 Die einzelnen Aspekte auf den Weg des Heils

Wir möchten nun versuchen, diesen Weg des Heils in seinen einzelnen Aspekten zu betrachten, und zwar nicht chronologisch, sondern einheitlich, den ganzen Menschen betreffend. Die wirksame Berufung geht der Wiedergeburt voran und wird daher nicht zu den eigentlichen Aspekten des Heilsweges gerechnet. Die endgültige Verherrlichung im ewigen Zustand hat eine zukünftig-eschatologische Bedeutung und wird daher ebenfalls nicht den zu besprechenden Aspekten zugerechnet.

 

Wiedergeburt

Die Wiedergeburt ist wie bereits zuvor gesagt zu definieren als der Akt des Heiligen Geistes, durch welchen er eine Person zum ersten Mal in die lebendige Gemeinschaft und Einheit mit Christus bringt, und durch welchen der Heilige Geist das Herz dieser Person so verändert, dass sie vom geistlichen Tod in das ewige geistliche Leben übergeht. Diese Neuschöpfung kann nur Gott bewirken, und nicht der Mensch. Sie geschieht in einem Augenblick und hat ewigen Bestand, denn das ewige Leben ist nun einmal ewig. Der Gläubige lebt vom Augenblick seiner Wiedergeburt an ein Leben der Neugeburt, die Auswirkungen zeigen sich in allen anderen Aspekten des Heils. So offenbart sich eine echte Neugeburt aus dem Geist Gottes unmittelbar in Buße, Umkehr und Glauben.

 

Buße

Buße geschieht in dem Augenblick, in welchem der Heilige Geist kommt und das neue Leben bewirkt: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ (Mk 1,15). Sie ist mit dem Glauben an das Evangelium, welcher ebenfalls durch den Heiligen Geist im Menschen bewirkt wird, unmittelbar verbunden. Die Buße ist jedoch nicht nur ein einmaliger Akt, sondern sie durchzieht das ganze weitere Leben des Gläubigen bis zum Ende. Das Leben hat im Augenblick der Buße und der Bekehrung eine neue Richtung genommen, welche bis zum Ende beibehalten wird. Immer wieder gehen Gläubige in die Buße und bekennen dem Herrn ihre Sünden auch nach der Errettung, um Reinigung und Wiederherstellung der lebendigen Gemeinschaft mit Gott auf dem Glaubensweg zu erlangen und aufrecht zu erhalten.

 

Glaube

Der Glaube beginnt im Augenblick der Wiedergeburt, denn er ist nach 1Kor 12 eine geistliche Segnung, welche in dem Augenblick wirksam wird, in welchem der Heilige Geist durch seine Ankunft in dem Gläubigen das neue Leben bewirkt. Er muss jedoch von dem Gläubigen für den Rest des irdischen Daseins immer weiter aufrechterhalten und betätigt werden, da er die treibende Kraft des gesamten Lebens des „Gläubigen“ ist. Der Glaube ist gewissermaßen der Treibstoff in unserem Tank, ohne den nichts geht. Gott selbst ist es, der den Glauben des Erlösten vor dem Absterben bewahrt. Der Gläubige selbst ist es, der den Glauben in der von Gott dargereichten Kraft aufrechterhalten muss. Hier finden wir wieder das große Paradoxon, welches uns gerade im Bereich der Heilswege Gottes immer wieder tief beeindrucken muss.

 

Rechtfertigung

Die Rechtfertigung geschieht ebenfalls in dem Augenblick, in dem ein Mensch gläubig wird. Sie ist nichts anderes als ein juristischer Akt im Himmel, den Gott unabhängig von irgendeiner Handlung oder einem Werk des Gläubigen in seinem eigenen Ratschluss vollzieht. Gott versetzt den Gläubigen, welcher in sich selbst keine eigene Gerechtigkeit besitzt, aus der Stellung eines Ungerechten in die Stellung eines Gerechten, indem er diesem Gläubigen die vollkommene Gerechtigkeit seines Sohnes, des Herrn Jesus Christus, zurechnet. Wir sind überkleidet mit der Gerechtigkeit Christi. Unser Glaube an den Herrn Jesus Christus und an sein Werk für den Vater und für uns wird uns von Gott als Gerechtigkeit angerechnet, welche ewig bestehen bleibt, und welche uns auch dazu befähigen wird, vor dem Richterstuhl Christi zu bestehen und in sein ewiges Reich einzugehen. Die Rechtfertigung wird dem Gläubigen in der Schrift zugesagt und im Glauben angenommen, sie ist eine der Hauptsäulen der Heilsgewissheit des Gläubigen, wenn er sie in ihrer gewaltigen Bedeutung geistlich erfasst. Die Auswirkungen der Rechtfertigung halten ebenfalls lebenslang an, indem der Gläubige diese Gabe Gottes lebenslang schätzt und dafür dankbar bleibt. Die Rechtfertigung und die damit eng verbundene Heilsgewissheit gehören somit zu den Hauptsäulen für ein dankbares Christenleben.

 

Heiligung

Die Heiligung geschieht als grundsätzliche Heiligung im Augenblick der Wiedergeburt, in welchem Gott dem Menschen den Heiligen Geist gibt und ihn damit als sein ewiges Eigentum annimmt. Der betreffende Mensch ist ein für alle Mal „geheiligt“, also für die ewige Gemeinschaft mit Gott abgesondert. Als fortschreitende praktische Heiligung ist sie jedoch auch als der Prozess zu verstehen, durch welchen der Heilige Geist selbst den Gläubigen unter dessen aktiver Mitwirkung während des irdischen Lebens immer mehr in die Christusähnlichkeit hineinbringt. Der Christ wandelt durch die Kraft des Heiligen Geistes in der Neuheit des Lebens, welche eine fortschreitende Erneuerung seines gesamten Denkens und Handelns bedeutet. Die vollkommene Heiligung wird erst im ewigen Zustand erreicht sein, wenn der Leib der Sünde durch den Leib der Herrlichkeit ersetzt sein wird, in welchem die Sünde nicht mehr wohnen wird.

 

Ausharren

Das Ausharren beginnt ebenfalls im Augenblick der Wiedergeburt und hält unter dem Schutz Gottes bis zum Lebensende an. Ein Marathonlauf beginnt mit dem ersten Meter und endet erst beim Zieleinlauf. Die gesamte Strecke muss mit Ausharren und unter Aufrechterhaltung einer möglichst großen Geschwindigkeit gelaufen werden, und zwar unter Beachtung aller Streckenanweisungen, damit sich der Läufer nicht verirrt und vom Kurs abkommt. Diese Bereitschaft und Fähigkeit, die christliche Hoffnung festzuhalten und in der Seele nicht zu ermatten (auch wenn der äußere Mensch zerfällt), muss vom Menschen aufgebracht werden. Dies kann jedoch nur geschehen, weil Gott selbst das Ausharren, das Wollen und das Vollbringen in dem Gläubigen wirkt.

 

Das soeben erläuterte Heilsverständnis gründet sich auf den Aussagen der Heiligen Schrift. Lehren, die nach der Bekehrung einen oder gar zwei weitere Schritte in der Heiligung ihrer Gläubigen fordern, müssen wir daher entschieden zurückweisen. Die sogenannten Heiligungs- oder Heiligkeitsgemeinden verlangen nach der Errettung ein Mindestmaß an praktisch erkennbarer Heiligung oder sogar eine „vollkommene Heiligung“ des Gläubigen, bevor er als vollwertiger Christ gelten darf. Pfingstler und Charismatiker fordern teils eine Bekehrung mit nachfolgender Taufe im Heiligen Geist, teils sogar eine Bekehrung mit anschließender Heiligung in einem gewissen, erforderlichen Umfang, um dann erst in einem dritten Schritt die Taufe mit dem Heiligen Geist zu erlangen. Alle diese Dinge sind unbiblisch und erzeugen eine Mehrklassengesellschaft in den Gemeinden: Gewöhnliche Christen, geheiligte Christen und geistgetaufte Christen. Hochmut und Spaltungen sind somit vorprogrammiert.

Auch das Konzept des sogenannten „fleischlichen Christen“ muss entschieden zurückgewiesen werden. Es wird zum Beispiel von der Scofield-Bibel in der Fußnote zu 1Kor 2,14 (siehe weiter unten) vertreten. Viele kennen auch die Kreisdiagramme mit dem Herzensthron im Zentrum, wie etwa bei der Campus Crusade for Christ. Es wird hier unterschieden zwischen dem natürlichen Menschen, bei dem das Ego auf dem Thron des Herzens sitzt und dem geistlichem Menschen, also dem Christen, bei dem der Herr auf dem Thron sitzt. Als Dritten gibt es dann noch den fleischlichen Menschen, der als ein Christ bezeichnet wird, der dem Herrn noch nicht vertraut, und der die weltlichen Interessen noch über die Interessen des Herrn stellt (abgeleitet auf 1Kor 3,1-3). Er hat den Herrn zwar in seinem Leben, aber noch nicht auf dem Thron. Es gibt jedoch in der Heiligen Schrift keine Christen, die dem Herrn noch nicht vertrauen. Jeder Christ hat sich dem Herrn anvertraut. Wenn ein Mensch sich dem Herrn nicht anvertraut, dann ist er kein Christ.

Natürlich gibt es Christen, die noch unreif sind, aber das heißt nicht, dass sie dem Herrn nicht vertrauen. Sie müssen weiter die Nahrung des Wortes Gottes zu sich nehmen und wachsen. Es gibt keine Halbwiedergeborenen oder Halbgläubigen in der Schrift. Das Konzept des „fleischlichen Christen“ scheint davon auszugehen, dass es nicht genug sei, den Herrn im Glauben anzunehmen. Es ist und bleibt jedoch so: Man ist wiedergeboren und hat das ewige Leben, oder man hat es eben nicht. Paulus hat nicht sich selbst gepredigt, sondern Jesus Christus als den Herrn. Wer Jesus Christus im Glauben annimmt, der nimmt ihn als seinen Herrn an. Der Ungläubige hat den Geist nicht, er lebt nach dem Fleisch und vermag dem Herrn nicht zu gefallen oder zu folgen. Der Christ folgt dem Herrn, so gut er es vermag. Er wandelt im Geist, so gut er es vermag.

 

Joh 3,3-5: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!“

Joh 3,36: „Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“

Rö 8,5-9: „Denn diejenigen, die gemäß [der Wesensart] des Fleisches sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht; diejenigen aber, die gemäß [der Wesensart] des Geistes sind, [trachten] nach dem, was dem Geist entspricht. Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein.“

1Kor 2,14-15: „Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss. Der geistliche [Mensch] dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt;“

 

Der „fleischliche Christ“ in der Scofield-Bibel

1Kor 3,1: „Und ich, meine Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu geistlichen, sondern als zu fleischlichen [Menschen], als zu Unmündigen in Christus.“ Dies ist die Hauptpassage zur Begründung der Lehre Scofields. Sie sagt jedoch nicht aus, dass die Korinther keine Christen seien, sondern dass sie lediglich noch unreif sind und ihr noch nicht Christus gemäßes Verhalten ablegen müssen. Sie sind genauso im Geist wie alle anderen Christen auch, denn wenn sie das nicht wären, dann wären sie gar nicht wiedergeboren. Der gesamte Brief des Paulus ist an Gläubige gerichtet (1Kor 1,2; 1,4; 1,30; 3,21-23; 6,11; 2Kor 5,17). Vieles in ihrem Verhalten ist falsch, aber sie sind wiedergeborene Christen, welche das ewige Leben besitzen und in Christus sind. Alle Christen stehen in einem lebenslangen geistlichen Kampf und sind dann stark, wenn der Herr in ihnen stark ist. Das müssen sie aber erst lernen (Jak 4,1+7; 1Tim 6,12; Eph 6,12; Hebr 12,4; 1Kor 9,27; 2Kor 12,7-10; 1Pe 2,2; 2Pe 3,18; Eph 4,15; Phil 3,13-14). Damit ist natürlich auch nicht gesagt, dass es nicht einige Christen gab und gibt, welche ganz besondere Erfahrungen mit dem Herrn machen konnten. Aber das steht auf einem ganz anderen Blatt. Weitere Verse zu unserem aktuellen Gedanken:

 

2Kor 4,5: „Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen.“

Gal 5,16+24: „Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. (…) Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.“

Kol 2,6: „Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm, …“

Hebr 6,1: „Darum wollen wir die Anfangsgründe des Wortes von Christus lassen und zur vollen Reife übergehen, wobei wir nicht nochmals den Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott, …“

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