Systematische Theologie

Gott herrscht als König über alles von Ewigkeit zu Ewigkeit. Seine Wege sind gerade, sein Handeln ist nicht von seinen ewigen Vorsätzen zu trennen. Gottes Wege bieten keinen Spielraum für menschliche Spekulationen.


Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1) Der König der Ewigkeiten auf seinem Thron
2) Gott als Herr einzelner Personen in vorisraelitischer Zeit
3) Gott als himmlischer König seines Volkes im AT
4) Gott setzt menschliche Könige auf einen irdischen Thron
5) Der ewige Nachkomme auf Davids Thron wird angekündigt
6) Die Abstammung des ewigen Nachkommen Davids
7) Der ewige König als demütiger Diener auf der Erde
8) Wann und wo wird Davids ewiger Nachkomme den Thron Davids besteigen?
9) Wie lange wird der Herr Jesus Christus auf Davids Thron im Himmel bleiben?
Schlusswort

 

 

Einleitung

Über das Reich Gottes und das Königtum Gottes sind im Verlauf der Kirchengeschichte dicke Bücher geschrieben worden, welche zum Teil sehr unterschiedliche Lehren enthalten. Im praktischen Zusammenleben der bekennenden Christen unserer Zeit ist zudem festzustellen, dass zahlreiche Strömungen und Gemeindeformen ihre eigenen Theologien über das Reich Gottes entwickelt haben. Manche Gruppen sind hierbei näher an den Aussagen der Bibel geblieben, während andere sich zum Teil sehr weit vom Wort Gottes entfernt haben und letztlich nur noch den Sonderlehren einzelner Personen gefolgt sind. In Extremfällen haben nicht schriftgemäße Lehren über das Reich Gottes und über die letzten Dinge (die Eschatologie) zur Entstehung von Sekten geführt. Begriffe wie das Reich Gottes, das Reich der Himmel, das Himmelreich, das Königreich Gottes oder die Königsherrschaft Gottes wurden in teilweise sehr spezieller und von den Theologien bestimmter Gruppierungen abhängiger Art und Weise definiert.

Angesichts dieser komplizierten Situation soll es nicht das Ziel der folgenden Abhandlung sein, sich mit den Reichgottestheologien der Katholiken, der Protestanten, der Lutheraner, der Calvinisten und Hypercalvinisten, der Prämillennialisten und Dispensationalisten, der Postmillennialisten und anderer religiöser Gruppen wie etwa der Adventisten, der Zeugen Jehovas oder der Mormonen auseinanderzusetzen. Es soll nicht darum gehen, irgendwelche Gruppierungen in ihren Überzeugungen zu konfrontieren und anzugreifen, denn ein solches Vorgehen würde immer nur zu weiteren Streitigkeiten führen. Gläubige Christen, die nach dem Wort der Bibel leben möchten, sind ja gerade zum Frieden berufen und nicht zum Streit.

Gläubige Kinder des Vaters im Himmel und Jünger Jesu Christi vertrauen darauf, dass das Wort Gottes lebendig und wirksam ist, und dass der Herr selbst durch dieses Wort deutlich redet. Der Schreiber der vorliegenden Abhandlung ist solch ein einfacher Jünger Jesu Christi. Er möchte nachfolgend eine gedankliche Linie aufzeigen, welche sich durch die gesamte Schrift hindurch verfolgen lässt. Es soll darum gehen, dass Gott als König über alles herrscht, dass er auf seinem Thron sitzt, und dass er herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dieser Glaube wird von keiner christlichen Gemeinschaft angezweifelt. Bei einer genaueren Betrachtung des Themas wird erkennbar, dass Gottes Wege gerade sind von Ewigkeit zu Ewigkeit, und dass Gottes Handeln in der Zeit auf dieser Erde nicht von seinen ewigen Vorsätzen zu trennen ist. Das Thema des ewigen Königs auf seinem Thron weist untrennbare Verbindungen sowohl zur biblischen Heilslehre als auch zur Prophetie auf. Es wird erkennbar werden, dass Gottes Wege anhand seines Wortes keinen Spielraum für menschliche Spekulationen bieten, sofern Menschen dazu bereit sind, sich dem Wort Gottes unterzuordnen. Die nun folgende Fülle von Bibelversen soll weitgehend für sich selbst sprechen und wird nur dort von kommentierenden Passagen ergänzt, wo dies zum Verständnis der logischen Zusammenhänge geboten erscheint.

 

 

1) Der König der Ewigkeiten auf seinem Thron

 

Ps 10,16: „Der HERR ist König immer und ewig; die Heidenvölker sind verschwunden aus seinem Land.”

Ps 11,4: „Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Der Thron des Herrn ist im Himmel; seine Augen spähen, seine Blicke prüfen die Menschenkinder.“

Ps 29,10: „Der HERR thront über der Wasserflut, ja, der HERR thront als König in Ewigkeit.“

Ps 44,5: „Du bist derselbe, mein König, o Gott; gebiete du Rettung für Jakob!“

Ps 45,7: „Dein Thron, o Gott, bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts!“

Ps 47,7-9: „Lobsingt Gott, lobsingt! Lobsingt unserem König, lobsingt! Denn Gott ist König der ganzen Erde; lobsingt mit Einsicht! Gott herrscht über die Völker; Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.“

Ps 55,20a: „Gott wird hören und sie demütigen, er, der auf dem Thron sitzt von Urzeit her.“

Ps 74,12: „Gott ist ja mein König von Urzeit her, der Rettung gab in diesem Land.“

Ps 89,19: „Denn der HERR ist unser Schild, ja, der Heilige Israels ist unser König.“

Ps 93,1: „Der HERR regiert als König! Er hat sich mit Majestät bekleidet; der HERR hat sich bekleidet, er hat sich umgürtet mit Macht; auch der Erdkreis steht fest und wird nicht wanken.“

Ps 96,10: „Sagt unter den Heiden: Der HERR regiert als König! Darum steht auch der Erdkreis fest und wankt nicht. Er wird die Völker gerecht richten.“

Ps 99,1: „Der HERR regiert als König – die Völker erzittern; er thront über den Cherubim – die Erde wankt!“

Hebr 1,7-8: „Von den Engeln zwar sagt er: »Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen«; aber von dem Sohn: »Dein Thron, o Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts.“

 

Es gäbe natürlich noch mehr Verse, welche man unter der obigen Überschrift anführen könnte, aber diese kleine Sammlung soll genügen. Die Botschaft ist klar. Gott ist der König der Ewigkeiten, und er sitzt von Ewigkeit zu Ewigkeit ununterbrochen auf seinem Thron im Himmel. Die Zusammenschau von Ps 45,7 mit Hebr 1,7-8 macht darüber hinaus klar, dass nicht nur von Gott dem Vater die Rede ist, sondern dass zugleich auch der Sohn ewiger Gott und König auf dem Thron war, es heute ist und es für immer sein wird. Dieser Sohn Gottes wurde bereits vor seiner Menschwerdung von den Propheten im Alten Testament auf dem Thron gesehen.

 

Jes 6,1: „Im Todesjahr des Königs Ussija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und seine Säume erfüllten den Tempel.“

Hes 1,26: „Und oberhalb der [Himmels-]Ausdehnung, die über ihren Häuptern war, war das Gebilde eines Thrones, anzusehen wie ein Saphirstein. Oben auf dem Gebilde des Thrones aber saß eine Gestalt, anzusehen wie ein Mensch.“

 

Die ewige Königsherrschaft des Vaters und des Sohnes im Himmel wurde niemals auch nur für einen Augenblick unterbrochen. Sie ist die Grundlage für die Erschaffung und die Erhaltung des Universums. Der Sohn Gottes ist der Schöpfer und Erhalter aller Dinge, wie wir vor allem aus dem Kolosserbrief und aus dem Hebräerbrief wissen. Daher konnte der Herr Jesus Christus gegenüber dem Pharisäer Nikodemus bezeugen, dass er sich zugleich als Sohn des Menschen auf der Erde und als ewiger Sohn Gottes im Himmel befand. Während der Herr Jesus Christus auf der Erde im Fleisch sein Erlösungswerk vollbrachte, herrschte er zugleich im Himmel.

 

Kol 1,13-17: „Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm.“

Hebr 1,1-3a: „Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen; dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft;“

Joh 3,12-13: „Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde? Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.

 

 

2) Gott als Herr einzelner Personen in vorisraelitischer Zeit

Der König der Ewigkeiten ist in seinen Heilswegen mit der Menschheit nach dem Sündenfall in unterschiedlicher Art und Weise mit einzelnen Personen in Kontakt getreten. Unmittelbar nach dem Sündenfall hielt er Zwiesprache mit der Schlange, mit Adam und mit Eva, wobei er ihnen das Gericht über die Sünde und den Teufel ebenso mitteilte wie den Weg der Erlösung und das Kommen des Erlösers in Person. Noah hatte ebenso persönlichen Kontakt zu Gott wie Hiob, Abraham, Isaak und Jakob. Abraham wurde sogar Freund Gottes genannt.

 

1Mo 3,9-19: „Da rief Gott der HERR den Menschen und sprach: Wo bist du? Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen! Da sprach er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen? Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß! Da sprach Gott der HERR zu der Frau: Warum hast du das getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen! Da sprach Gott der HERR zur Schlange: Weil du dies getan hast, so sollst du verflucht sein mehr als alles Vieh und mehr als alle Tiere des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen dein Leben lang! Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen! Und zu Adam sprach er: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: »Du sollst nicht davon essen!«, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen! Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang; Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Gewächs des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du [dein] Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du wieder zurückkehren!“

1Mo 6,12-18: „Und Gott sah die Erde an, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf der Erde. Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen; denn die Erde ist durch sie mit Frevel erfüllt, und siehe, ich will sie samt der Erde vertilgen! Mache dir eine Arche aus Tannenholz; in Räume sollst du die Arche teilen und sie innen und außen mit Pech überziehen. Und so sollst du sie machen: 300 Ellen lang soll die Arche sein, 50 Ellen breit, 30 Ellen hoch. Eine Lichtöffnung sollst du für die Arche machen, eine Elle hoch ganz oben [an der Arche] sollst du sie ringsherum herstellen; und den Eingang der Arche sollst du an ihre Seite setzen. Du sollst ihr ein unterstes, zweites und drittes Stockwerk machen. Denn siehe, ich will die Wasserflut über die Erde bringen, um alles Fleisch, das Lebensodem in sich hat, zu vertilgen unter dem ganzen Himmel; alles, was auf der Erde ist, soll umkommen! Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir.“

1Mo 12,1-3: „Der HERR aber hatte zu Abram gesprochen: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! Und ich will dich zu einem großen Volk machen und dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!“

Bitte lesen Sie 1Mo 15 und 1Mo 18 als ganze Kapitel in Ihrer Bibel, ebenso 1Mo 22,1-19.

1Mo 26,1-6: „Es kam aber eine Hungersnot in das Land, nach der vorherigen Hungersnot, die zu Abrahams Zeiten gewesen war. Und Isaak zog nach Gerar zu Abimelech, dem König der Philister. Da erschien ihm der HERR und sprach: Reise nicht nach Ägypten hinab, sondern bleibe in dem Land, das ich dir nennen werde! Sei ein Fremdling in diesem Land, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen will ich alle diese Länder geben und will den Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. Und ich will deinen Samen mehren wie die Sterne des Himmels, und ich will deinem Samen das ganze Land geben; und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Völker der Erde, weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und meine Rechte, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze gehalten hat! So wohnte Isaak in Gerar.“

1Mo 32,25-30: „Jakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und als dieser sah, dass er ihn nicht bezwingen konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an, sodass Jakobs Hüftgelenk verrenkt wurde beim Ringen mit ihm. Und der Mann sprach: Lass mich gehen; denn die Morgenröte bricht an! Jakob aber sprach: Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich! Da fragte er ihn: Was ist dein Name? Er antwortete: Jakob! Da sprach er: Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel; denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen! Jakob aber bat und sprach: Lass mich doch deinen Namen wissen! Er aber antwortete: Warum fragst du nach meinem Namen? Und er segnete ihn dort.“

Jak 2,23: „Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: »Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«, und er wurde ein Freund Gottes genannt.“

Hi 42,1-6: „Da antwortete Hiob dem HERRN und sprach: Ich erkenne, dass du alles vermagst und dass kein Vorhaben dir verwehrt werden kann. »Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis?« Fürwahr, ich habe geredet, was ich nicht verstehe, Dinge, die mir zu wunderbar sind und die ich nicht begreifen kann! »Höre nun, ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich!« Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und in Asche!“

 

 

3) Gott als himmlischer König seines Volkes im AT

Im weiteren Verlauf der Geschichte des Alten Testamentes bildete Gott sich ein irdisches Volk. Es war das Volk Israel, welches aus den Söhnen Jakobs in Ägypten entstand, welches Gott durch gewaltige Wunder aus der Gefangenschaft des Pharaos herausführte, und über welches er zunächst im alten Bund direkt aus dem Himmel heraus regierte. Gott tat dies durch den Mittler Mose, durch welchen das Volk am Berg Sinai auch das Gesetz dieses alten Bundes empfing. Mose stand zunächst alleine im Zelt der Zusammenkunft in unmittelbarer Gegenwart des Herrn, und der Herr redete zu Mose von Angesicht zu Angesicht. Mose selbst setzte siebzig Älteste über das Volk ein, welche zusammen mit ihm dafür Sorge tragen sollten, dass die Anordnungen Gottes im Volk ausgeführt wurden.

Verbunden mit dem Gesetz waren der Dienst der Anbetung Gottes sowie der Opferdienst in Bezug auf die Sünden des Volkes, welcher durch das Priestertum ausgeführt wurde. Den Priestern waren die Leviten gegeben, um den Opferdienst im Umkreis des irdischen Heiligtums zu unterstützen und um das zunächst noch tragbare Heiligtum selbst auf den irdischen Wegen des Volkes zu transportieren. Gott selbst thronte hierbei über den Cherubim der Bundeslade im Allerheiligsten der Stiftshütte, nachdem diese kurze Zeit später von den Israeliten nach dem Muster gebaut worden war, welches Mose auf dem Berg Sinai aus der direkten Gegenwart des himmlischen Königs empfangen hatte.

Nach dem Tod Moses zog das Volk unter dem Nachfolger Josua in das verheißene irdische Land Israel ein. Die Stiftshütte mit der Bundeslade kam schließlich nach Silo. Nach einer relativ kurzen Zeit der Nachfolge kam es zu immer weiter fortschreitendem Abfall des Volkes im Land. Das Volk gehorchte Gott nicht mehr, das Priestertum und der Levitendienst degenerierten immer mehr. Gott musste sein irdisches Volk wiederholt dadurch züchtigen, dass er es unter die Herrschaft fremder irdischer Könige brachte. Dies geschah während der Richterzeit. Diese Periode ist durch ein ernstes Auf und Ab in der Beziehung zwischen dem Volk Israel und seinem himmlischen König gekennzeichnet. Immer wieder musste Gott einen neuen Richter einsetzen, um das Volk unter den Gehorsam zurückzubringen. Letztlich blieb es jedoch so, wie es am Ende des Buches der Richter geschrieben steht.

 

Ri 21,24-25: „Auch die Söhne Israels zogen zu jener Zeit von dort weg, jeder zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht, und sie begaben sich von dort aus jeder zu seinem Erbteil. Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel; jeder tat, was recht war in seinen Augen.“

 

Gott offenbarte sich in dieser dunklen Zeit kaum noch, und er konnte auch die Priester und die Leviten letztlich nicht mehr gebrauchen. Unter dem Hohepriester Eli und dessen Söhnen war der Dienst an der Stiftshütte in Silo völlig verkommen. Samuel war schließlich der Mann, durch den Gott einen Neuanfang machte. Samuel war der letzte Richter Israels, und er war zugleich der erste große Prophet nach Mose.

 

Apg 13,20: „Und danach, während etwa 450 Jahren, gab er ihnen Richter bis zu Samuel, dem Propheten.“

 

Zur Zeit des jungen Samuel ging die Bundeslade für einige Zeit an die Philister verloren, als Gott den Priester Eli und seine Söhne in 1Sam 4 richten musste. Nachdem die Lade für viele Jahre im Haus Abinadabs in Kirjath-Jearim geblieben war und zuletzt noch eine weitere Station durchlaufen hatte, wurde sie schließlich vom König David in Jerusalem eingeführt, nachdem David die Stadt als seinen Königssitz eingenommen hatte.

 

 

4) Gott setzt menschliche Könige auf einen irdischen Thron

Das abgefallene und götzendienerische Volk zur Zeit Samuels war schließlich nicht mehr damit zufrieden, dass Gott selbst als himmlischer König Israels durch den Mittler Samuel über es regieren wollte. Das Volk traute Gott offensichtlich nicht mehr zu, mit den Feinden fertig zu werden und schrie nach einem menschlichen König, den es mit seinen eigenen Augen auf dem Thron und an der Spitze des Heeres erkennen konnte. Gott war sehr erzürnt darüber, aber er gebot Samuel dennoch, einen König zu ernennen. Das Volk sollte erfahren, was die Herrschaft des ungläubigen Königs Saul und weiterer menschlicher Könige bedeuten würde.

 

1Sam 8,6-7: „Dieses Wort aber missfiel Samuel, weil sie sagten: Gib uns einen König, der uns richten soll! Und Samuel betete zu dem HERRN. Da sprach der HERR zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll!“

1Sam 12,12-13: „Als ihr aber saht, dass Nahas, der König der Ammoniter, gegen euch heranzog, da spracht ihr zu mir: »Nein, sondern ein König soll über uns herrschen!«, obwohl doch der HERR, euer Gott, euer König ist. Und nun, seht, da ist euer König, den ihr erwählt, den ihr begehrt habt; denn siehe, der HERR hat einen König über euch gesetzt!“

1Sam 12,17-18: „Ist nicht jetzt die Weizenernte? Ich aber will den HERRN anrufen, dass er es donnern und regnen lässt, damit ihr erkennt und einseht, dass eure Bosheit groß ist, die ihr vor den Augen des HERRN begangen habt, indem ihr für euch einen König begehrt habt! Da rief Samuel den HERRN an, und der HERR ließ es donnern und regnen an jenem Tag. Da fürchtete das ganze Volk den HERRN und Samuel sehr.“

Apg 13,21: „Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, 40 Jahre lang.“

 

Letztlich war es so, dass der ewige Thron Gottes, welcher sich natürlich nach wie vor ohne Unterbrechung im Himmel befand, gewissermaßen einen zeitlich befristeten Ausflug auf die Erde unternahm. Nachdem Saul abgefallen und sein Königtum von Gott noch zu seinen Lebzeiten verworfen worden war, musste Samuel den König David ernennen und salben.

 

1Sam 16,1: „Und der HERR sprach zu Samuel: Bis wann trägst du noch Leid um Saul, da ich ihn doch verworfen habe, dass er nicht mehr König sein soll über Israel? Fülle dein Horn mit Öl und geh hin, ich will dich zu Isai, dem Bethlehemiter, senden; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ausersehen!“

1Sam 16,12-13: „Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war rötlich, mit schönen Augen und von gutem Aussehen. Und der HERR sprach: Auf, salbe ihn, denn dieser ist's! Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des HERRN kam über David, von diesem Tag an und weiterhin. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama.

Apg 13,22: „Und nachdem er ihn abgesetzt hatte, erweckte er ihnen David zum König, von dem er auch Zeugnis gab und sprach: »Ich habe David gefunden, den Sohn des Isai, einen Mann nach meinem Herzen, der allen meinen Willen tun wird«.“

 

David war der menschliche König des Alten Testamentes nach dem Herzen Gottes, und er ist in seiner Herrschaft über das irdische Israel in vielerlei Hinsicht ein klares Bild des ewigen Königs auf dem himmlischen Thron. David errang große und langanhaltende Siege über alle Feinde Israels. Er war jedoch stets gottesfürchtig und wusste genau, dass über ihm selbst noch der himmlische König regierte. Er brachte die Bundeslade nach Jerusalem zurück, denn er wusste, dass nicht sein eigener Königsthron der Thron Gottes auf der Erde war, sondern dass die Bundeslade es war.

 

2Sam 6,17-19: „Und sie brachten die Lade des Herrn hinein und stellten sie an ihren Ort, innerhalb des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und David opferte Brandopfer und Friedensopfer vor dem Herrn. Und als David die Brandopfer und die Friedensopfer vollendet hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn der Heerscharen. Und er verteilte an das ganze Volk, an die ganze Menge Israels, Männer und Frauen, an jeden einen Brotkuchen und einen Trunk Wein (Elberfelder und KJV) und einen Rosinenkuchen. Und das ganze Volk ging hin, jeder in sein Haus.“

 

David führte die Lade unter großem Jubel nach Jerusalem und stellte sie in einem eigens dafür errichteten Zelt auf dem Berg Zion auf. An diesem Tag herrschte große Freude unter dem ganzen Volk, und alle erhielten von David einen Brotkuchen und einen Trunk Wein. Warum war die Freude so groß? Die Antwort auf diese Frage ist, dass wir hier nichts weniger haben als die Zelthütte Davids, die Hütte Gottes bei den Menschen, und zwar auf dem Berg Zion. Wir finden hier fünf Personen beziehungsweise Dinge: David, die Hütte Davids bei den Menschen, den Berg Zion, Brot und Wein. Erkennen wir die Bedeutung des Bildes? Es handelt sich um eine alttestamentliches Abbild der neutestamentlichen Anbetung, wo die Gläubigen geistlich gesehen in das himmlische Zion und sein Heiligtum eintreten und wo der wahre David, der Herr Jesus Christus, ihnen begegnet und ihnen Brot und Wein darreicht. Das Bild weist zudem zurück auf 1Mo 14, wo der Priesterkönig Melchisedek aus dem Heiligtum Salems (des Friedens) heraustrat und Abraham ebenfalls Brot und Wein darreichte.

Der Zustand der freien Anbetung vor dem Zelt, ohne die Begrenzungen der Stiftshütte, hielt während der gesamten Regierungszeit Davids in Jerusalem für etwas mehr als 30 Jahre an, bis schließlich Salomo den Tempel baute und die Bundeslade im elften Jahr seiner Regierung hinter die Mauern und hinter den Vorhang des Allerheiligsten zurückbrachte. en Lebensdauer des Herrn auf dieser Erde, bevor er zurückging in deNach dem Tempelbau war es dann für die gesamte übrige Zeit des irdischen Königreichs Israel so, dass der irdische König äußerlich sichtbar vor den Augen des Volkes auf einem symbolischen irdischen Thron saß, während die Füße des im Himmel thronenden Königs im inneren Heiligtum des Tempels auf dem eigentlichen irdischen Thron, nämlich auf dem Versöhnungsdeckel der Bundeslade ruhten. Der irdische König durfte dem himmlischen König im Heiligtum nicht nahen. Das durfte einzig und allein der irdische Hohepriester am großen Versöhnungstag tun, damit die Sünden des Volkes vor dem Angesicht des himmlischen Königs auf der Grundlage des blutigen Opfers bedeckt werden konnten.

Der irdische Thron wurde zwar nach der Verwerfung Sauls als der Thron Davids bezeichnet, denn Gott hatte mit David selbst einen Bund geschlossen. Dennoch war dieser Thron immer nur ein Symbol für den himmlischen Thron Gottes. Alle Könige Israels von Saul über David und Salomo bis Zedekia saßen auf einem Thron, den Gott so nicht gewollt hatte, und den er lediglich als einen irdischen Ableger seines eigenen himmlischen Thrones betrachtete. Gott sah diesen irdischen Thron als sein Eigentum an, über welches er frei verfügen konnte, und welchen er schließlich auch wieder von der Erde hinwegnahm.

 

1Chr 28,5: „Und von allen meinen Söhnen – denn der HERR hat mir viele Söhne gegeben – hat er meinen Sohn Salomo erwählt, dass er auf dem Thron des Königreichs des HERRN über Israel sitzen soll.”

1Chr 29,23: So saß Salomo auf dem Thron des HERRN als König anstelle seines Vaters David. Und er hatte Gedeihen; und ganz Israel war ihm gehorsam.

2Chr 9,8: „Gepriesen sei der HERR, dein Gott, der Gefallen an dir gehabt hat, sodass er dich auf seinen Thron setzte als König vor dem HERRN, deinem Gott! Weil dein Gott Israel liebt und es ewiglich erhalten will, deshalb hat er dich zum König über sie eingesetzt, damit du Recht und Gerechtigkeit übst!”

2Chr 13,8: „Und nun, glaubt ihr, dem Reich des HERRN widerstehen zu können, das in der Hand der Söhne Davids ist, weil ihr ein großer Haufe seid und ihr bei euch die goldenen Kälber habt, die euch Jerobeam als Götter gemacht hat?”

Hos 13,9-11: „Das ist dein Verderben, Israel, dass du gegen mich, deine Hilfe, bist! Wo ist denn nun dein König, dass er dir helfe in allen deinen Städten, und wo sind deine Richter? Denn du hast ja gesagt: »Gib mir einen König und Fürsten!« Ich gab dir einen König in meinem Zorn und nahm ihn [wieder] weg in meinem Grimm!”

 

Der Bund mit David, dem irdischen König nach dem Herzen Gottes, soll nun noch etwas näher betrachtet werden. David wurde als ein Hirte von Samuel gesalbt, von den Schafen hinweggenommen und auf den Thron des irdischen Volkes Israel gesetzt. Dieses Bild ist wunderbar, denn es weist auf den großen Hirten der Schafe hin, welcher sein Leben für die Schafe gab und danach den Thron Davids im Himmel bestieg, um über das neue und ewige Israel nach dem Geist, also über die Gemeinde des neuen und ewigen Bundes zu herrschen. Zunächst möchten wir die beiden wichtigsten Schriftstellen anführen, welche über den Bund mit David reden.

 

2Sam 7,8-16: „So sprich nun zu meinem Knecht David: So spricht der HERR der Heerscharen: Ich habe dich von der Weide hinter den Schafen weggenommen, damit du Fürst würdest über mein Volk, über Israel; und ich bin überall mit dir gewesen, wohin du gegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir her ausgerottet und dir einen großen Namen gemacht, gleich dem Namen der Gewaltigen auf Erden. Und ich werde für mein Volk Israel einen Ort bereiten und werde es einpflanzen, dass es dort bleiben und nicht mehr beunruhigt werden soll; und die Söhne der Bosheit sollen es nicht mehr bedrängen wie zuvor, seit der Zeit, als ich Richter über mein Volk Israel eingesetzt habe. Und ich habe dir vor allen deinen Feinden Ruhe verschafft; so verkündigt dir nun der HERR, dass der HERR dir ein Haus bauen wird! Wenn deine Tage erfüllt sind und du bei deinen Vätern liegst, so will ich deinen Samen nach dir erwecken, der aus deinem Leib kommen wird, und ich werde sein Königtum befestigen. Der wird meinem Namen ein Haus bauen, und ich werde den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er eine Missetat begeht, will ich ihn mit Menschenruten züchtigen und mit Schlägen der Menschenkinder strafen. Aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie von Saul weichen ließ, den ich vor dir beseitigt habe; sondern dein Haus und dein Königreich sollen ewig Bestand haben vor deinem Angesicht; dein Thron soll auf ewig fest stehen!“

1Chr 17,7-14: „So sprich nun zu meinem Knecht David: So spricht der HERR der Heerscharen: Ich habe dich von der Weide hinter den Schafen weggenommen, damit du Fürst würdest über mein Volk Israel; und ich bin überall mit dir gewesen, wohin du gegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir her ausgerottet und dir einen Namen gemacht gleich dem Namen der Gewaltigen auf Erden. Und ich werde für mein Volk Israel einen Ort bereiten und werde es einpflanzen, dass es dort bleiben und nicht mehr beunruhigt werden soll; und die Söhne der Bosheit sollen es nicht mehr verderben wie zuvor, seit der Zeit, als ich Richter über mein Volk Israel eingesetzt habe. Und ich werde alle deine Feinde demütigen; und ich verkündige dir, dass der HERR dir ein Haus bauen wird! Und es wird geschehen, wenn deine Tage erfüllt sind, sodass du zu deinen Vätern hingehst, so will ich deinen Samen nach dir erwecken, der von deinen Söhnen sein wird; und ich werde sein Königtum befestigen. Der wird mir ein Haus bauen, und ich werde seinen Thron auf ewig befestigen. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Und ich will meine Gnade nicht von ihm weichen lassen, wie ich sie von dem weichen ließ, der vor dir war; sondern ich will ihn auf ewig über mein Haus und mein Königreich einsetzen, und sein Thron soll auf ewig fest stehen!“

 

Auf den ersten Blick erscheinen die beiden Textpassagen sehr ähnlich. Bei genauerer Betrachtung zeigen sie jedoch deutliche Unterschiede. In der Samuelstelle redet Gott zu David zunächst über dessen Sohn Salomo, welcher den Tempel auf der Erde bauen würde, und welcher in seinem Leben auch Fehler begehen und von Gott gezüchtigt werden würde. Am Ende kommt dann der Hinweis, dass das Haus, das Königtum und der Thron Davids in Ewigkeit Bestand haben werden. In der Chronikastelle haben wir eine Doppelprophetie, welche sowohl über Salomo als auch über einen weiteren Nachkommen Davids redet. Zum einen ist von dem irdischen Tempelbau die Rede, welcher durch Salomo ausgeführt wurde. Zum anderen ist jedoch am Ende von einem Nachkommen Davids die Rede, welcher als ewiger König auf einem ewigen Thron über ein ewiges Haus Gottes herrschen wird. Das konnte Salomo natürlich nicht mehr sein, und wir werden noch sehen, wie es erfüllt wurde.

Wir wissen wie es im irdischen Israel weiterging. Das Reich wurde bereits unter Salomos Sohn Rehabeam geteilt. Das Nordreich verfiel unmittelbar dem Götzendienst und ging letztlich durch die Hand der Assyrer unter. Das Südreich mit dem Tempel erlebte ein Wechselspiel zwischen gläubigen und gottlosen Königen des Hauses Davids, bis der Zustand auch dort so weit verdorben war, dass Gott die Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Hand der Babylonier bringen musste. Die beiden letzten Könige des Südreiches waren Jojakin (Jekonja, Konja) und Zedekia. Wir lesen in 2Kö 24 und 25 sowie in 2Chr 36 über das Ende dieser Könige. Jojakin wurde im Alter von 18 Jahren zusammen mit seiner Mutter nach Babylon weggeführt, wurde nach 37-jähriger Gefangenschaft von dem König Ewil-Merodach begnadigt und starb in Babel, nachdem er noch seinen Sohn Schealtiel gezeugt hatte. Bei Jeremia lesen wir einen weiteren Fluch Gottes über Jojakin, in welchem Gott sagt, dass niemals mehr ein Nachkomme Jojakins auf dem Thron Davids sitzen werde. Hinsichtlich des Thrones Davids wurde Jojakin von Gott als kinderlos gerechnet, obwohl er noch einen Sohn bekommen hatte. Zedekia wurde bei der Einnahme Jerusalems durch die Babylonier zusammen mit seinen Söhnen gefangen genommen. Seine Söhne wurden in Ribla ermordet, er selbst wurde geblendet und nach Babylon weggeführt, wo er starb.

Wir müssen somit festhalten, dass das Ende des irdischen Königreichs Israel durch die Babylonier zugleich das endgültige und unwiederbringliche Ende des irdischen Königsthrones war. Das irdische Israel hatte danach niemals mehr einen König aus dem Haus Davids als Repräsentant Gottes auf einem irdischen Thron, und es wird auch niemals mehr einen solchen haben. Zur Zeit des Herrn Jesus Christus gab es zwar in Israel den König Herodes, aber er war kein Nachkomme Davids, sondern ein von den Römern als König eingesetzter Edomiter (Idumäer). Gott hatte das Königtum Davids durch die Hand der Babylonier endgültig von der Erde weggenommen und den Thron Davids in den Himmel versetzt. Dort stand dieser Thron und wartete darauf, dass der ewige Nachkomme ihn besteigen würde, von welchem Gott zu David geredet hatte.

 

2Kö 24,8-12: „Jojachin war 18 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte drei Monate lang in Jerusalem. Und der Name seiner Mutter war Nehusta, die Tochter Elnathans von Jerusalem. Er tat aber, was böse war in den Augen des HERRN, ganz wie es sein Vater getan hatte. Zu jener Zeit zogen die Knechte Nebukadnezars, des Königs von Babel, nach Jerusalem herauf, und die Stadt wurde belagert. Und Nebukadnezar, der König von Babel, kam zu der Stadt, und seine Knechte belagerten sie. Aber Jojachin, der König von Juda, ging zu dem König von Babel hinaus, er samt seiner Mutter, seinen Knechten, seinen Obersten und seinen Kämmerern; und der König von Babel nahm ihn gefangen im achten Jahr seiner Regierung.“

2Kö 25,2-7: „Und die Stadt wurde belagert bis ins elfte Jahr des Königs Zedekia. Am neunten Tag des [vierten] Monats aber wurde die Hungersnot in der Stadt so stark, dass das einfache Volk nichts zu essen hatte. Da brach [der Feind] in die Stadt ein, und alle Kriegsleute flohen bei Nacht durch das Tor zwischen den beiden Mauern, beim Garten des Königs; und da die Chaldäer rings um die Stadt her lagen, zog man den Weg zur Arava. Aber das Heer der Chaldäer jagte dem König nach und holte ihn ein auf den Ebenen von Jericho, nachdem sein ganzes Heer sich von ihm zerstreut hatte. Sie aber fingen den König und führten ihn hinauf zum König von Babel nach Ribla, und man sprach das Urteil über ihn. Und sie metzelten die Söhne Zedekias vor dessen Augen nieder; danach stachen sie Zedekia die Augen aus und banden ihn mit zwei ehernen Ketten und führten ihn nach Babel.“

2Kö 25,27-30: „Und es geschah im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König von Juda, gefangen hinweggeführt worden war, am siebenundzwanzigsten Tag des zwölften Monats, da erhob Ewil-Merodach, der König von Babel, im ersten Jahr seiner Regierung das Haupt Jehojachins, des Königs von Juda, [und entließ ihn] aus dem Kerker; und er redete freundlich mit ihm und setzte seinen Thron über die Throne der Könige, die bei ihm in Babel waren; und er erlaubte ihm, seine Gefängniskleider abzulegen; und er durfte stets vor ihm essen, sein ganzes Leben lang. Und sein Unterhalt, der beständige Unterhalt, wurde ihm vom König gegeben, für jeden Tag sein bestimmtes Teil, für alle Tage seines Lebens.“

Mt 1,12: „Nach der Wegführung nach Babylon zeugte Jechonja den Schealtiel; Schealtiel zeugte den Serubbabel;“

Jer 22,28-30: „Ist dieser Mann, dieser Konja, denn ein verworfenes, zertrümmertes Gefäß? Ist er ein Geschirr, an dem man keinen Gefallen findet? Warum wurde er samt seinem Samen weggeschleudert und hingeworfen in ein Land, das ihnen unbekannt ist? O Land, Land, Land, höre das Wort des HERRN! So spricht der HERR: Schreibt diesen Mann auf als kinderlos, als einen Mann, der sein Leben lang nicht gedeihen wird; ja, keiner seiner Nachkommen wird gedeihen, dass er auf dem Thron Davids sitzen und weiterhin über Juda herrschen könnte!“

Hos 13,9-11: „Das ist dein Verderben, Israel, dass du gegen mich, deine Hilfe, bist! Wo ist denn nun dein König, dass er dir helfe in allen deinen Städten, und wo sind deine Richter? Denn du hast ja gesagt: »Gib mir einen König und Fürsten!« Ich gab dir einen König in meinem Zorn und nahm ihn [wieder] weg in meinem Grimm!“

 

 

5) Der ewige Nachkomme auf Davids Thron wird angekündigt

Die Heilige Schrift ist eine Einheit, und so ist es nicht verwunderlich, dass bereits im Alten Testament verschiedene Personen einen Blick auf den kommenden großen Nachkommen Davids erlangt haben. Sie haben ihn auf sehr unterschiedliche Weise beschrieben.

 

2Sam 7,13: „Der wird meinem Namen ein Haus bauen, und ich werde den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen.

1Chr 17,13-14: „Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Und ich will meine Gnade nicht von ihm weichen lassen, wie ich sie von dem weichen ließ, der vor dir war; sondern ich will ihn auf ewig über mein Haus und mein Königreich einsetzen, und sein Thron soll auf ewig fest stehen!

Jes 9,5-6: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst. Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun!“

Jes 16,5: „… dann wird ein Thron in Gnade errichtet werden; und auf ihm wird sitzen in Wahrheit, im Zelt Davids, ein Richter, der nach dem Recht trachtet und die Gerechtigkeit fördert.“

Dan 2,44-45: „Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen; ganz so, wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat den König wissen lassen, was nach diesem geschehen soll. Und der Traum ist zuverlässig, und seine Deutung steht fest!“

Dan 7,12-14: „Auch den übrigen Tieren wurde die Herrschaft weggenommen; und ihre Lebensdauer wurde ihnen auf Zeit und Stunde bestimmt. Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.“

Sach 6,12-13: „Und du sollst zu ihm reden und sagen: So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ein Mann, dessen Name »Spross« ist, denn er wird aus seinem Ort hervorsprossen und den Tempel des HERRN bauen. Ja, er ist’s, der den Tempel des HERRN bauen wird, und er wird Herrlichkeit [als Schmuck] tragen und auf seinem Thron sitzen und herrschen, und er wird Priester sein auf seinem Thron, und der Rat des Friedens wird zwischen beiden bestehen.“

Ps 16,10: „… denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht.“

Ps 89,3-4: „Ich sage: Auf ewig wird die Gnade gebaut, deine Treue gründest du fest in den Himmeln: »Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, habe meinem Knecht David geschworen: …“

Lk 1,30-33: „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“

 

Die Charakterzüge des ewigen Nachkommen Davids, welcher hier beschrieben wird, sind vielfältig. Er wird König über ein ewiges Haus Gottes sein, über einen ewigen Tempel. Er wird auf einem ewigen Thron sitzen. Seine Herrschaft wird niemals enden. Er wird zu gleicher Zeit König und Priester in einer Person sein, was für einen irdischen Priester und einen irdischen König im alten Israel niemals möglich gewesen wäre. Daher beschreibt insbesondere der Prophet Daniel ihn auch als einen Herrscher, der mit den Wolken vor Gott im Himmel gebracht werden und einen himmlischen Thron besteigen wird. Sein Reich wird nach Dan 2 in den Tagen des letzten Weltreiches des Alten Testamentes, also des Römischen Reiches, alle irdischen Reiche ablösen und auf ewig bestehen. Der Evangelist Lukas gibt schließlich eindeutig die Identität dieses Königs an, welcher der Sohn Gottes und der Jungfrau Maria sein wird. Der Engel Gabriel erscheint Maria und sagt deutlich, dass Jesus Christus derjenige sein wird, welcher den Thron Davids besteigen und für immer behalten wird.

 

 

6) Die Abstammung des ewigen Nachkommen Davids

Dieser Aspekt ist sehr bedeutsam, denn er führt uns zu dem richtigen und schriftgemäßen Verständnis vom Reich Gottes in unserer Zeit. Zunächst müssen wir die Geschlechtsregister des Herrn Jesus Christus bei Matthäus und Lukas betrachten. Bei Matthäus finden wir die Ahnenreihe Josefs. Ein Vers sticht hervor:

 

Mt 1,12: „Nach der Wegführung nach Babylon zeugte Jechonja den Schealtiel; Schealtiel zeugte den Serubbabel;

 

Wir haben bereits über den Konjafluch aus Jer 22 gesprochen. Konja wurde in Babylon der Vater Schealtiels, und Schealtiel war der Vater Serubbabels, welcher schließlich unter dem Perserkönig Kyros die Rückkehrer aus der babylonischen Gefangenschaft nach Jerusalem führte. Serubbabel war zwar ein Fürst über das Volk mit dem Hohepriester Josua an seiner Seite, aber er war kein gesalbter König von Israel. Ein weiterer Vers sticht ebenfalls hervor:

 

Mt 1,16: „Jakob zeugte den Joseph, den Mann der Maria, von welcher Jesus geboren ist, der Christus genannt wird.“

 

Hier ist zu lesen, dass Josef der Mann der Maria war. Es steht allerdings nicht da, dass Josef der leibliche Vater von Jesus gewesen sei, denn das war er in der Tat nicht. Gott selbst ist nämlich der Vater Jesu Christi, und Gott selbst hat seinen eigenen Sohn durch seinen Heiligen Geist in der Jungfrau Maria gezeugt. Josef war nur der Pflegevater des erstgeborenen Sohnes der Maria. Der Rest unseres Matthäuskapitels erzählt uns wie Gott ihm die Entstehung der Schwangerschaft seiner Verlobten Maria erst einmal erklären musste, bevor Josef im Glauben dazu in der Lage war, bei Maria zu bleiben und das Kind als den Sohn Gottes zu akzeptieren. Der Konjafluch wurde somit erfüllt, denn Josef war nicht der leibliche Vater Jesu.

Jesus Christus war dennoch der direkte leibliche Nachkomme Davids, und um das zu verstehen, müssen wir das Geschlechtsregister bei Lukas betrachten. Es läuft rückwärts von dem Herrn Jesus Christus bis zu Gott dem Vater, und es erwähnt ganz andere Leute als das Geschlechtsregister bei Matthäus. Der erste Vers sticht unmittelbar hervor:

 

Lk 3,23: „Und Jesus war ungefähr 30 Jahre alt, als er begann; er war, wie man meinte, ein Sohn Josephs, …“

 

Jesus war, wie man meinte, der Sohn Josefs. Das stimmt genau, denn er war es nicht wirklich. Hierzu muss man wissen, dass im damaligen Israel die Ahnenreihen nach den Namen der Familienväter angegeben wurden. Mit anderen Worten: Gott gibt hier den Namen Josef an, um die äußerlich korrekte Form zu wahren. Gleichzeitig weist er sehr diskret darauf hin, dass Josef nicht der leibliche Vater war. Andererseits war der Herr Jesus Christus sehr wohl der leibliche Sohn Marias, denn sie gebar ihn. Somit ist klar, dass wir hier letztlich das Geschlechtsregister der Maria vor uns haben. Ein weiterer Vers sticht hervor:

 

Lk 3,38: „… des Enosch, des Seth, des Adam, Gottes.“

 

Jesus Christus ist der Sohn Marias und der Sohn Gottes. Schließlich der letzte wichtige Vers.

 

Lk 3,31: „… des Melea, des Mainan, des Mattatha, des Nathan, des David, …“

 

Jesus Christus ist ein direkter leiblicher Nachkomme Davids, und zwar nicht über Salomo und Konja, sondern über Salomos Bruder Nathan und über Maria. Somit dürfen wir sagen, dass nicht nur der Konjafluch erfüllt ist, sondern auch der Bund mit David. Gott hält sein Wort in jeder Hinsicht, und er erfüllt es in allen Einzelheiten mit unübertrefflicher Genauigkeit.

 

 

7) Der ewige König als demütiger Diener auf der Erde

Der Herr Jesus Christus wurde als Kind armer Eltern in einem Stall in Bethlehem geboren. Er lebte als einfacher Zimmermann in Nazareth, bevor er seinen öffentlichen Dienst als Messias Israels antrat. Zu keinem Zeitpunkt seines Lebens beanspruchte er weltliche Würden. Dennoch war er der ewige König seines Volkes, dessen ewiger Thron im Himmel ist, und den schon die Propheten des Alten Testamentes angekündigt hatten. Sogar die Weisen aus dem Morgenland wussten, dass er der ewige König war, und sie huldigten ihm. Er war nicht gekommen, um ein irdisches Königreich zu gründen und sich auf einen irdischen Thron zu setzen, denn sein Reich ist ewig und nicht von dieser Welt. Er war nicht gekommen um zu herrschen und bedient zu werden, sondern vielmehr um zu dienen und um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. Er war als der König des Himmels auf die verfluchte Erde gekommen, um durch sein Opfer die Vergebung für die Gläubigen zu erwirken und um ihnen die Eintrittspforte in sein ewiges Reich zu öffnen. Er war gekommen, um alle Erlösten aus der Herrschaft der irdischen Könige zu befreien und sie unter seine eigene gnädige Herrschaft des Himmels zu bringen. Der Gnadenthron steht im Himmel.

 

Jes 9,5-6: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst. Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun!“

Jes 16,5: „… dann wird ein Thron in Gnade errichtet werden; und auf ihm wird sitzen in Wahrheit, im Zelt Davids, ein Richter, der nach dem Recht trachtet und die Gerechtigkeit fördert.“

Mi 5,1: „Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda; aber aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist.“

Sach 9,9: „Frohlocke sehr, du Tochter Zion; jauchze, du Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Retter ist er, demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, einem Jungen der Eselin.“

Mal 3,1: „Siehe, ich sende meinen Boten, der vor mir her den Weg bereiten soll; und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht; und der Bote des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.“

Mt 2,1-2: „Als nun Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten!“

Mt 20,28: „… gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“

Joh 18,36-37: „Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“

Hebr 7,14: „… denn es ist ja bekannt, dass unser Herr aus Juda entsprossen ist; und zu diesem Stamm hat Mose nichts über ein Priestertum geredet.“

Hebr 8,4: „Wenn er sich nämlich auf Erden befände, so wäre er nicht einmal Priester, weil hier die Priester sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern.“

 

Der Herr konnte während seines Lebens auf dieser Erde nach Hebr 7,14 und 8,4 in Israel nicht Priester oder Levit sein, denn er kam aus dem Stamm Juda und nicht aus dem Stamm Levi. Daraus folgt unmittelbar, dass es auch unmöglich war, dass der Herr die Ämter des Priesters und des Königs auf einem irdischen Thron hätte in sich vereinigen können. Sacharja hatte ja über diesen König gesprochen, und er hatte darüber hinaus gesagt, dass dieser König den wahren Tempel Gottes im Geist bauen würde. Lassen Sie uns deshalb zum besseren Verständnis dieser Dinge einen kurzen Blick in das vierte und sechste Kapitel von Sacharja werfen.

In Sach 4 sehen wir die fünfte Vision Sacharjas, betreffend den Leuchter, die beiden Ölbäume, den Bau des Tempels und die beiden Söhne des Öls. Im direkten Kontext des Kapitels weisen die beiden Söhne des Öls auf Josua den Priester und Serubbabel den Fürsten hin, welche das Volk Gottes führten und den Tempelbau leiteten. Josua und Serubbabel bauten gegen Widerstand den Tempel, wobei Josua den Priesterdienst versah, während Serubbabel den fürstlichen Dienst in der politischen, militärischen und praktischen Führung des Volkes tat. Sach 4,6 erklärt, dass das Werk nicht in menschlicher Macht vollendet werden wird, sondern in der Macht des Heiligen Geistes. Die Verse 7 und 9 sagen aus, dass Serubbabel zu seinen Lebzeiten den Schlussstein des wiederhergestellten Tempels in Jerusalem einfügen wird, nachdem Gott den Berg der Widerstände aus dem Weg des Volkes geräumt hat.

In Sach 6,12-13 finden wir eine klare Prophetie auf den Mann, welcher König und Priester in einer Person sein wird. Er wird außerdem der Spross aus Sach 3 sein, der den Tempel bauen wird. Er wird die Dienste von Josua und Serubbabel in seiner Person vereinigen, und zwar in geistlicher Weise. Der wahre und endgültige Tempel Gottes wird ja wie bereits gesagt gemäß Sach 4,6-7 nicht durch Macht und Kraft gebaut werden, sondern durch den Geist Gottes.

Die Botschaft Sacharjas ist somit die folgende: Der Heilige Geist baut den Tempel Gottes auf der Erde. Er hat ihn zur Zeit des Priesters Josua und des Fürsten Serubbabel als einen Steintempel in Jerusalem aus unscheinbar kleinen Anfängen heraus gegen den mächtigen Widerstand aller Feinde vollendet. Dieses Bild weist voraus auf die geistliche Wirklichkeit des Neuen Testamentes. Der Messias, der vollkommene Priesterkönig des Neuen Testamentes, ist in seinem Tod und in seiner Auferstehung zum Eckstein des neuen geistlichen Tempels der Gemeinde geworden und sitzt jetzt verherrlicht auf dem Thron zur Rechten des Vaters. Der Heilige Geist ist auf die Erde gekommen, um in seinem Tempel zu wohnen, welcher die Gemeinde der Gläubigen und der Leib Christi ist. Aus unscheinbar kleinen Anfängen heraus hat der Geist an Pfingsten damit begonnen, diesen Tempel zu bauen, und er wird ihn trotz aller inneren und äußeren Widerstände im Leben der einzelnen Gläubigen und im Leben der Gemeinden vollenden bis zum Tag der Wiederkunft des Herrn.

 

1Kor 3,16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?“

2Kor 6,16: „Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«.“

Eph 2,19-22: „So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“

 

Es handelt sich somit in unserer Zeit um einen geistlichen Tempel, und nicht um ein irdisches Gebäude. Der Erbauer dieses Tempels sitzt als König und Priester zugleich auf einem Thron. Dieser Thron kann nach allem bisher Gesagten niemals mehr auf der Erde stehen, sondern er muss im Himmel stehen. Es ist der Thron Davids, den der Herr Jesus Christus eingenommen hat. Damit kommen wir nun zu der entscheidenden Frage, wann und wo diese Thronbesteigung stattgefunden hat. Die Antwort auf diese Frage wird uns zu einem noch etwas besseren Verständnis der Dinge des Reiches Gottes bringen, soweit dies in unserem Zeitalter für Menschen möglich ist.

 

 

8) Wann und wo wird Davids ewiger Nachkomme den Thron Davids besteigen?

Das Zeugnis der Schrift hinsichtlich dieser Frage ist sehr stark, und es ergibt sich aus der Zusammenschau zahlreicher Schriftstellen. Weil es für das Verständnis des Reiches Gottes so überaus bedeutsam ist, möchten wir uns daher die Mühe machen, zumindest die wichtigsten Stellen aufzuführen und eine kurze Schlussfolgerung aus ihnen zu ziehen.

 

Ps 2,6-9: “»Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!« – Ich will den Ratschluss des HERRN verkünden; er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Erbitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum. Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen!«”

Ps 8,6-7: „Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gelegt: …“

Ps 16,10: „… denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht.“

Ps 22,2+16: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum bleibst du fern von meiner Rettung, von den Worten meiner Klage? (…) Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in den Staub des Todes.

Ps 22,22-23: „Errette mich aus dem Rachen des Löwen! – Ja, du hast mich erhört [und gerettet] von den Hörnern der Büffel! So will ich meinen Brüdern deinen Namen verkündigen; inmitten der Gemeinde will ich dich loben!“

Ps 22,29-32: „Denn das Königreich gehört dem HERRN, und er ist Herrscher über die Nationen. Es werden essen und anbeten alle Großen der Erde; vor ihm werden ihre Knie beugen alle, die in den Staub hinabfahren, und wer seine Seele nicht lebendig erhalten kann. Ein Same wird ihm dienen, wird dem Herrn als Geschlecht zugezählt werden. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit verkündigen dem Volk, das geboren wird, dass er es vollbracht hat.

Jes 16,5: „… dann wird ein Thron in Gnade errichtet werden; und auf ihm wird sitzen in Wahrheit, im Zelt Davids, ein Richter, der nach dem Recht trachtet und die Gerechtigkeit fördert.“

Dan 2,44: „Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen;“

Dan 7,12-14: „Auch den übrigen Tieren wurde die Herrschaft weggenommen; und ihre Lebensdauer wurde ihnen auf Zeit und Stunde bestimmt. Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.“

Sach 6,12-13: „Und du sollst zu ihm reden und sagen: So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ein Mann, dessen Name »Spross« ist, denn er wird aus seinem Ort hervorsprossen und den Tempel des HERRN bauen. Ja, er ist’s, der den Tempel des HERRN bauen wird, und er wird Herrlichkeit [als Schmuck] tragen und auf seinem Thron sitzen und herrschen, und er wird Priester sein auf seinem Thron, und der Rat des Friedens wird zwischen beiden bestehen.“

Lk 1,30-33: „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“

Mt 28,18-20: „Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.“

Mk 16,19: „Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“

Apg 1,9-11: „Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg. Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen, die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“

Apg 2,29-36: „Ihr Männer und Brüder, es sei mir erlaubt, freimütig zu euch zu reden von dem Stammvater David: Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist unter uns bis zu diesem Tag. Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid verheißen hatte, dass er aus der Frucht seiner Lenden, dem Fleisch nach, den Christus erwecken werde, damit er auf seinem Thron sitze, hat er vorausschauend von der Auferstehung des Christus geredet, dass seine Seele nicht dem Totenreich preisgegeben worden ist und auch sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat. Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört. Denn nicht David ist in den Himmel aufgefahren, sondern er sagt selbst: »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße.« So soll nun das ganze Haus Israel mit Gewissheit erkennen, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!“

Eph 1,20-22: „Die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen [Regionen], hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch in der zukünftigen; und er hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, …“

Hebr 1,1-3: „Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen; dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft; er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.“

Hebr 2,7-9: „Du hast ihn ein wenig niedriger sein lassen als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt und hast ihn gesetzt über die Werke deiner Hände; alles hast du seinen Füßen unterworfen.« Indem er ihm aber alles unterworfen hat, hat er nichts übrig gelassen, das ihm nicht unterworfen wäre. Jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm alles unterworfen ist; wir sehen aber Jesus, der ein wenig niedriger gewesen ist als die Engel wegen des Todesleidens, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt; er sollte ja durch Gottes Gnade für alle den Tod schmecken.“

Hebr 5,6: „»Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks«.“

Hebr 6,19-20: „Diese [Hoffnung] halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere, hinter den Vorhang, wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hoherpriester in Ewigkeit geworden ist nach der Weise Melchisedeks.“

Off 5,4-10: „Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und zu lesen, noch auch hineinzublicken. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen! Und ich sah, und siehe, in der Mitte des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, welche die sieben Geister Gottes sind, die ausgesandt sind über die ganze Erde. Und es kam und nahm das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron saß. Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamm nieder, und sie hatten jeder eine Harfe und eine goldene Schale voll Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen. Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen, und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden.“

Off 12,5: “Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heidenvölker mit eisernem Stab weiden wird; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron.

 

Wir können auf der sicheren Grundlage der Schrift sagen, dass die Erhöhung dieses Königs bereits im Alten Testament vorhergesehen wurde. Daniel hat in Kapitel 2,44 gesehen, dass der König in der Zeit des römischen Weltreiches eingesetzt werden wird, und zwar dadurch, dass er auf den Wolken des Himmels von der Erde aus vor den Hochbetagten im Himmel gebracht werden und dort das ewige Königreich empfangen wird (Dan 7,12-14). In Psalm 2,6-9 sehen wir seine Herrschaft mit eiserner Rute über alle Nationen. Zuvor wird er nach Ps 8,6-7 als Sohn des Menschen unter die Engel erniedrigt sein für eine Zeit. Er wird nach Ps 22,1+16 in Todesnot geraten und sterben. Er wird auferstehen, bevor sein Leib im Grab verwesen kann (Ps 16,10). In seiner Auferstehung wird er den Namen Gottes den Nationen verkündigen, und viele werden zu ihm kommen (Ps 22,22-23 und Ps 22,29-32). Er wird in Wahrheit auf dem Thron der Gnade sitzen (Jes 16,5). Er wird König und Priester in einer Person sein und den Tempel Gottes im Geist bauen (Sach 6,12-13).

Im Neuen Testament sehen wir die Erfüllung der Prophetien des Alten Testamentes. Lk 1,30-33 nennt uns seinen Namen: Es ist der Herr Jesus Christus, welcher den Thron Davids besteigen wird. Mt 28,18-20 zeigt uns seine uneingeschränkte Herrschaft, die er vom Himmel ausgehend sowohl über den Himmel als auch über die Erde ausübt, und zwar seit seiner Auferstehung. Die Himmelfahrt selbst finden wir in Apg 1,9-11, wo der Herr mit den Wolken auffährt und zum Thron des Vaters geht, so wie es Dan 7,12-14 beschrieben hat. Mk 16,19 bestätigt uns die Himmelfahrt des Herrn ebenso wie seine Thronbesteigung auf den Thron Davids im Himmel (vgl. Lk 1,30-33). Off 12,5 zeigt uns ebenfalls die Himmelfahrt sowie die darauf folgende Herrschaft über alle Nationen der Erde mit eiserner Rute (vgl. Ps 2,6-9). Apg 2,29-36 zeigt uns deutlich, dass David in Ps 16,10 von der Auferstehung Christi geredet hat, und dass diese Auferstehung in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit seiner Verherrlichung und seiner Einnahme des Thrones Davids im Himmel steht. Eph 1,20-22 redet ebenfalls über die Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn, welche zum Antritt seines ewigen Reiches geführt hat. Hebr 1,1-3 und Hebr 2,7-9 sagen das Gleiche aus. Hebr 5,6 und Hebr 6,19-20 reden schließlich in Erfüllung von Sach 6,12-13 und Ps 110,4 über das Priestertum des Herrn Jesus Christus nach der Ordnung Melchisedeks, welches er schon jetzt im Himmel auf dem Thron Davids besitzt, und welches er in Ewigkeit besitzen wird.

Das Zeugnis ist überwältigend. Der Herr Jesus Christus ist der ewige Nachkomme auf dem Thron Davids. Er war hier auf der Erde als der Sohn des Menschen, der zugleich Gott ist. Er ist am Kreuz von Golgatha gestorben für die Sünden aller Erlösten. Am dritten Tag ist er zu unserer Rechtfertigung auferstanden (1Kor 15,1-4 und Rö 4,25). Er ist nach 40 Tagen vor den Augen der Jünger in den Himmel aufgefahren und hat dort den Thron Davids eingenommen. Er hat vom Vater das ewige Reich empfangen (Off 5,4-10). Er regiert mit eisernem Zepter über die ungläubigen Nationen. Er regiert in Gnade, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit über die Gläubigen aus allen Nationen, welche seine Gemeinde bilden, seinen geistlichen Tempel und seinen Leib. Diese Gemeinde des neuen und ewigen Bundes ist auch das neue und ewige Israel nach dem Geist Gottes (siehe hierzu unsere Texte über den Nahostkonflikt und über die Vorentrückungslehre). Er baut diesen Tempel durch seinen Heiligen Geist immer weiter bis zu seiner Wiederkunft zur Erde als Retter und Richter am letzten Tag.

Sein Erlösungswerk am Kreuz ist vollendet. Seine schriftliche Offenbarung an die Menschheit ist vollendet in Form der Bibel. Seine Autorität über Himmel und Erde ist vollständig. Sein ewiges Königreich ist endgültig gegründet und wächst immer weiter bis zu seiner Wiederkunft. Sein Thron, welcher der Thron Davids ist, ist von ihm eingenommen (Lk 1,30-33 und Off 3,21). Sein Name ist verherrlicht und steht über jedem Namen im jetzigen und im zukünftigen Zeitalter (siehe hierzu auch unseren Text über die zwei Zeitalter). Seine Herrlichkeit im Himmel ist vollendet, und er wird diese Herrlichkeit bei seiner Wiederkunft sichtbar zurück auf die neue und ewige Erde bringen. Welchen Grund sollte er haben, noch einmal auf diese alte Erde zurückzukehren als nur denjenigen, das endgültige Gericht über diese Erde zu bringen?

 

 

9) Wie lange wird der Herr Jesus Christus auf Davids Thron im Himmel bleiben?

Auch zu dieser Frage gibt es ein klares und starkes Zeugnis der Schrift. Wir möchten in gleicher Weise wie unter dem vorangegangenen Punkt zunächst die wichtigsten Schriftstellen zusammentragen und danach eine Schlussfolgerung daraus formulieren.

 

Ps 110,1-2: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße! Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken von Zion: Herrsche inmitten deiner Feinde!”

Ps 2,6-9: „»Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!« – Ich will den Ratschluss des HERRN verkünden; er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Erbitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum. Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen!«“

Am 9,11: „An jenem Tag will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten und ihre Risse vermauern und ihre Trümmer wiederherstellen und sie wieder bauen wie in den Tagen der Vorzeit, …”

Joh 1,14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

Joh 2,19-21: „Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten! Da sprachen die Juden: In 46 Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.“

Apg 2,34-36: „Denn nicht David ist in den Himmel aufgefahren, sondern er sagt selbst: »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße.« So soll nun das ganze Haus Israel mit Gewissheit erkennen, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!

Apg 15,13-18: „Nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte: Ihr Männer und Brüder, hört mir zu! Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen. Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: »Nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten, damit die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut.« Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt.“

1Kor 3,16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?“

1Kor 15,21-28: „Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, wenn er jede Herrschaft, Gewalt und Macht beseitigt hat. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod beseitigt. Denn »alles hat er seinen Füßen unterworfen«. Wenn es aber heißt, dass ihm alles unterworfen ist, so ist offenbar, dass derjenige ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allen sei.“

2Kor 6,16: „Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«.“

Hebr 1,1+8+13: „Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, (…) aber von dem Sohn: »Dein Thron, o Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts. (…) Zu welchem von den Engeln hat er denn jemals gesagt: »Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße«?“

Hebr 10,11-13: „Und jeder Priester steht da und verrichtet täglich den Gottesdienst und bringt oftmals dieselben Opfer dar, die doch niemals Sünden hinwegnehmen können; Er aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, zur Rechten Gottes gesetzt, und er wartet hinfort, bis seine Feinde als Schemel für seine Füße hingelegt werden.“

Hebr 12,22-24: „… sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Zehntausenden von Engeln, zu der Festversammlung und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes, und zu dem Blut der Besprengung, das Besseres redet als [das Blut] Abels.“

 

Die Herrschaft des Herrn Jesus auf dem Thron Davids steht in untrennbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem Bau seiner geistlichen Zelthütte auf der Erde beziehungsweise seines geistlichen Tempels im neuen Bund. Über die Zelthütte Davids im Alten Testament haben wir bereits gesprochen. Sie verfiel, nachdem Salomo den Tempel gebaut und die Bundeslade in 1Kö 8 in das innere Heiligtum des Tempels eingeführt hatte. Der Prophet Amos sagte einige Jahrzehnte später unter Jerobeam II im Nordreich die Wiederaufrichtung der Hütte Davids voraus. Seine Prophetie wies geistlich gesehen auf die Entstehung der Gemeinde des neuen und ewigen Bundes hin und redete somit in symbolisch-geistlicher Sprache zum Volk des alten Bundes. Die damaligen Israeliten verstanden dies nicht und erwarteten die buchstäbliche Aufrichtung einer neuen Zelthütte. Dies geschah jedoch nicht. Im Gegenteil: es kam noch viel schlimmer. Der Tempel Salomos wurde schließlich am Ende des Königreiches von Gott durch die Hand der Babylonier weggenommen, die Bundeslade ging verloren. Die Rabbiner lehrten in späterer Zeit, dass die wieder aufgerichtete Zelthütte Davids das neu aufgerichtete Königreich der irdischen Nation Israel sei, welches der Messias Israels bei seiner Ankunft bringen würde.

Die Jahrhunderte verstrichen. Am Ende der babylonischen Gefangenschaft offenbarte Gott dem Propheten Daniel den genauen Zeitplan für die Ankunft des Messias Israels und der Welt (Dan 9,24-27). Maleachi war der letzte schreibende Prophet. Es kamen die Perser, unter deren Herrschaft die Israeliten nach Jerusalem zurückkehren und den zweiten Tempel bauen durften. Danach kamen die Griechen, die Makkabäer, die Römer.

Und dann war es endlich so weit: Gott selbst wurde Mensch, der Herr Jesus Christus. Der menschliche Leib Jesu war die Hütte Gottes unter den Menschen, in welcher die Herrlichkeit des lebendigen Gottes hinter dem Vorhang seines Fleisches (Hebr 10,20) inmitten seines Volkes wohnte. Der menschliche Leib des Herrn war der lebendige Tempel des Heiligen Geistes. Kurz nach dem Beginn seines öffentlichen Dienstes redete der Herr zu den Juden ein schwerwiegendes Wort. Wir lesen noch einmal:

 

Joh 2,19-21: „Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten! Da sprachen die Juden: In 46 Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.“

 

So geschah es. Der Tempel des Leibes Jesu wurde auf Golgatha durch den Tod abgebrochen und in der Auferstehung des Herrn am dritten Tag in verherrlichter Form wieder aufgerichtet, genauso wie es der Herr selbst gesagt hatte. Viele Christen sahen den auferstandenen Herrn mit eigenen Augen und konnten ihn bezeugen. Vor den Augen seiner Jünger fuhr er schließlich auf in den Himmel. Er wird genauso wiederkommen zum Gericht am letzten Tag.

Danach entstand an Pfingsten die große Gemeinde aller Gläubigen, in welcher der Heilige Geist Wohnung nahm. So wie im Alten Testament die Feuersäule der Herrlichkeit Gottes auf den Berg Sinai, auf das Zelt der Zusammenkunft, auf die Stiftshütte und schließlich auf den Tempel Salomos herabgekommen war, um darin zu wohnen, genauso kam auch am Pfingsttag eine Miniaturfeuersäule in Form einer Feuerzunge auf jeden einzelnen der Zeugen in Jerusalem um zu zeigen, das Gott nun als Heiliger Geist Wohnung in jedem einzelnen Gläubigen genommen hatte. Nun war jeder einzelne Gläubige und auch die Versammlung der Gläubigen als ganze für immer und ewig der Tempel des Heiligen Geistes geworden. Der Leib Christi ist das im Geist Gottes durch die Auferstehung Jesu Christi aufgerichtete Zelt Gottes unter den Menschen. So wie die Herrlichkeit Gottes in dem fleischlichen Leib des einen Menschen Jesus Christus gewohnt hatte, so wohnte sie von Pfingsten an in der Auferstehung des Herrn in dem geistlichen Leib Christi, welcher die Gemeinde ist.

Die Gemeinde ist jedoch nicht nur der geistliche Leib Christi im Neuen Testament als verherrlichte Fortsetzung seines gestorbenen fleischlichen Leibes in der Auferstehung, sondern sie ist auch der lebendige, weltweite geistliche Tempel Gottes als Fortsetzung des zerstörten Steintempels Israels aus dem Alten Testament. Außerdem ist sie auch die in geistlicher Weise wieder aufgerichtete Hütte Davids als Fortsetzung der zerfallenen materiellen Zelthütte des Alten Testamentes. Auf dem Konzil in Jerusalem in Apg 15 geht es um die große Frage, ob man Gläubigen aus den Nationen die gleichen zeremoniellen Lasten auferlegen solle wie den Juden unter dem Gesetz Moses. Die Frage wird letztlich verneint. Im Verlauf der Diskussion spricht Jakobus die entscheidenden Worte. Er zitiert Am 9,11 und bezeichnet die Sammlung der Gemeinde Christi aus allen Nationen als die Erfüllung dieses Prophetenwortes: „Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht…“. Am 9,11 ist in der Gemeinde des neuen und ewigen Bundes erfüllt. Die verfallene Hütte Davids ist geistlich wieder aufgerichtet, und sie wird bis zu ihrer Vollendung bei der Wiederkunft Christi weiter gebaut.

Wir haben nun über den zeitlichen Zusammenhang zwischen der Herrschaft des Herrn Jesus Christus auf dem Thron Davids im Himmel und dem Bau der Zelthütte Davids gesprochen. Wir haben ebenso dargelegt, dass die wieder aufgerichtete geistliche Zelthütte Davids im neuen Bund gleichzusetzen ist mit dem geistlichen Tempel des neuen und ewigen Bundes, also mit der Gemeinde Christi, welche auch der Leib Christi ist. Der Herr regiert sein Reich in unserer Zeit vom Thron Davids im Himmel aus, und dieses Reich ist in unserer Zeit auf der Erde anwesend in den Gläubigen.

 

Rö 14,17: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“                                                                                             

 

Der Herr sitzt als König und Hohepriester seines Volkes auf dem Thron Davids im Himmel und wird dort so lange bleiben, bis der Tempel Gottes, die Gemeinde des neuen Bundes vollständig gesammelt ist. Er wird so lange dort bleiben, bis auch der letzte Feind unter seine Füße getan worden ist. Der letzte Feind ist nach 1Kor 15,26 der Tod, und er wird hinweggetan werden am Tag der Auferstehung aller Menschen, der Gläubigen und der Ungläubigen. Dieser Tag wird der letzte Tag des gegenwärtigen Zeitalters sein, der Tag der Rettung aller Erlösten und des Gerichts über alle Verlorenen. An diesem Tag wird das Reich Gottes auf dieser Erde nicht beginnen, sondern es wird vollendet sein, und der Herr Jesus Christus wird es an den Vater übergeben, damit Gott alles in allem sei.

Der Tod wird nicht etwa der vorletzte oder gar der drittletzte Feind sein, der hinweggetan wird, sondern der letzte Feind. Das bedeutet, dass es nach der Auferstehung des letzten Tages nicht noch weitere 1000 Jahre auf der alten verfluchten Erde geben kann. Es kann nach den Aussagen der Schrift nicht nochmals eine lange Zeit geben, während welcher weitere Menschen sterben werden, denn der Tod wird weggetan sein. Es kann auch nicht so sein, dass der Dienst unter dem Gesetz des alten Bundes noch einmal auf die Erde zurückkommen wird, denn der alte Bund ist abgeschafft und ersetzt worden durch den neuen und ewigen Bund. Es muss vielmehr so sein, dass der Herr den Thron Davids im Himmel verlassen wird, wenn er am letzten Tag zur Erde kommt. Er wird die Seelen aller Gläubigen aus dem Himmel mitbringen. Er wird die Leiber der in Christus Gestorbenen auferwecken, ebenso wie alle anderen Gestorbenen der Weltgeschichte. Er wird die Seelen der in Christus gestorbenen mit den auferweckten Leibern vereinigen. Er wird die Leiber der noch lebenden Gläubigen auf der Erde in einem Augenblick verwandeln. Er wird seine gesamte Gemeinde zu sich in die Luft entrücken und danach das Gericht über die gottlose Welt ausüben. Er wird die neue und ewige Erde gründen und vom Himmel herab mit seiner Gemeinde auf diese neue Erde herabkommen. Dort wird er auf ewig inmitten seiner Erlösten leben.

Auf der neuen Erde wird es den Thron Gottes und des Lammes geben. Dieser ewige Zustand, in welchem Gott zum Ziel aller seiner Ratschlüsse gekommen ist, wird uns in der Vision in Off 22,1-5 gezeigt. Gott wird alles in allem sein (1Kor 15,28). In allen und inmitten aller Gläubigen wird nur noch eine Person gesehen werden: Der Herr Jesus Christus, der große Lebensbaum, welcher schon in dem stilisierten Mandelbaum der Menora am Berg Sinai dargestellt war. Die Menora, der siebenarmige Leuchter, stand danach im Heiligtum der Stiftshütte und des Tempels Israels während der alten Heilszeit. Der erste Tempel Israels wurde bereits mehr als 500 Jahre v.Chr. zerstört, die Menora ging damals verloren. Am Laubhüttenfest Israels wurden jedoch bis zur Zerstörung des zweiten Tempels im ersten Jahrhundert n.Chr. alljährlich gewaltige Leuchter im Tempelbezirk aufgestellt, welche die ganze Stadt während der Nacht hell erleuchteten. In unserem Bild in Off 22,1-5 ist es deshalb nur ein einziger Baum, welcher den ganzen Strom, das Heiligtum und die Stadt einnimmt. Der Baum des Lebens ist der Leuchter, der Leuchter (die Lampe) ist das Lamm, das Lamm Gottes auf dem Thron des Lammes ist der Herr Jesus Christus. Er lebt ewig mit allen Erlösten und in ihnen. Gott wird alles in allem sein.

 

1Kor 15,50-54: „Das aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können; auch erbt das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche muss Unverweslichkeit anziehen, und dieses Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen. Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: »Der Tod ist verschlungen in Sieg!”

1Thess 4,13-18: „Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrig bleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen; denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet nun einander mit diesen Worten!”

Off 11,15+18: „Und der siebte Engel stieß in die Posaune; da ertönten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteilgeworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit! (…) Und die Heidenvölker sind zornig geworden, und dein Zorn ist gekommen und die Zeit, dass die Toten gerichtet werden und dass du deinen Knechten, den Propheten, den Lohn gibst, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und dass du die verdirbst, welche die Erde verderben!“

Off 21,1-4: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“

Off 22,1-5: „Und er zeigte mir einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte zwischen ihrer Straße und dem Strom, von dieser und von jener Seite aus, [war] der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt, jeweils eine; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker. Und es wird keinen Fluch mehr geben; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen; und sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird auf ihren Stirnen sein. Und es wird dort keine Nacht mehr geben, und sie bedürfen nicht eines Leuchters, noch des Lichtes der Sonne, denn Gott, der Herr, erleuchtet sie; und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.”

 

 

Schlusswort

Wir durften uns auf den zurückliegenden Seiten mit einem gewaltigen Thema aus der Heiligen Schrift befassen und dabei ein bescheidenes Verständnis für das Reich Gottes und die Herrschaft des Herrn Jesus Christus als König auf seinem Thron gewinnen, soweit dies für uns Menschen möglich ist. Wir haben gesehen, wie Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit als König ununterbrochen auf seinem himmlischen Thron über die gesamte Schöpfung herrscht. Im Verlauf der Heilsgeschichte nach dem Sündenfall hat Gott seinem irdischen Volk Israel in der alten Heilszeit unter dem Bund des Gesetzes vom Sinai menschliche Könige gegeben, welche für eine gewisse Zeit auf einem irdischen Thron sitzen durften. Nach dem völligen Versagen des menschlichen Königtums über die irdische Nation Israel hat Gott das irdische Königreich zerschlagen und den Thron Davids wieder in den Himmel zurückgenommen.

In der Fülle der Zeiten wurde Gott selbst Mensch in Jesus Christus. Der Herr saß nicht auf einem irdischen Thron, denn sein ewiges Reich war und ist nicht von dieser Welt. Er war der dienende König der Ewigkeiten, der durch sein Erlösungswerk am Kreuz die Vergebung der Sünden für alle Gläubigen erwarb und in seiner Auferstehung die Rechtfertigung aller Erlösten ermöglichte und ihnen die Gabe seines Heiligen Geistes und des ewigen Lebens verlieh. Er bestieg nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt den Thron Davids im Himmel und wird als König und Hohepriester seines geistlichen und ewigen Israel des neuen Bundes, nämlich seiner Gemeinde, auf diesem Thron sitzen, bis er den Tempel Gottes im Geist auf der Erde vollendet hat. Er wird sitzen auf dem Thron Davids, bis das Reich Gottes auf dieser Erde vollendet sein wird. Am letzten Tag dieser Weltzeit wird er den Thron Davids verlassen. Er wird auf die Erde kommen zur Auferweckung aller Toten, zur Entrückung der Gläubigen der gesamten Weltgeschichte und zum Gericht über die Verlorenen der Weltgeschichte. Danach wird er die neue Erde und den neuen Himmel erschaffen und das Reich dem Vater übergeben. Er wird die Ewigkeit des neuen Himmels und der neuen Erde inmitten seiner Erlösten verbringen. Gott wird alles in allem sein.

Diesem letzten Tag dürfen wir als Erlöste mit völliger Gewissheit entgegen gehen. Wir möchten jedoch auch in der heutigen Zeit als solche Kinder Gottes leben, welche Zeugnis vom Evangelium geben, damit noch viele verlorene Menschen die Tür zum Eintritt in das ewige Reich des Herrn Jesus Christus finden. Maranatha!

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