Der Christ schaut auf sich selbst

Im Blick auf das kommende Leben ist der Weg des Christen in dieser Zeit ein Weg des Sieges über die Sünde in der Kraft des Heiligen Geistes und im Glauben.
 


2Kor 5,17: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!“

 

Das im Griechischen hier verwendete Wort für Schöpfung ist ktisis. Es kann sowohl Schöpfung als auch Geschöpf bedeuten. An obiger Stelle bedeutet es, dass der Christ ein Teilhaber und ein Mitglied der neuen Schöpfung ist. Das alte Zeitalter der Versklavung unter die Sünde ist vergangen, das neue Zeitalter der Errettung, der Freiheit und der Freude ist in der Auferstehung Christi bereits angebrochen (inauguriert).

 

Lewis Smedes: „All Things Made New“ (S. 127-128):

„Die wohlbekannte Textpassage über “eine neue Schöpfung in Christus” sollte nicht zu leichtfertig abgetan werden als ein Ausdruck dafür, was „in meinem Inneren“ geschieht, wenn ich zur Bekehrung komme. Der Entwurf von Christi neuer Schöpfung ist viel zu groß, viel zu allumfassend, um darauf begrenzt zu sein, was in meiner Seele geschieht (…) Indem wir in Christus sind, sind wir Teil einer neuen Bewegung aufgrund seiner Gnade, einer Bewegung, welche auf den neuen Himmel und auf die neue Erde zuläuft, wo alle Dinge zurechtgebracht werden und wo er selbst alles in allem ist.“

 

Da wir zu der neuen Schöpfung gehören, können wir uns selbst nicht mehr als verlorene Sünder sehen, auch nicht mehr als gerettete Sünder, welche in sich selbst immer noch verloren sind, sondern wir müssen uns selbst als neue Menschen sehen, welche in Christus sind, und nicht mehr getrennt von ihm. Wir haben den Heiligen Geist, wir haben das Unterpfand unserer Erlösung. Wir sind gerechtfertigte Sünder, wir sind Sünder, in denen der Heilige Geist wohnt, und welche durch die freimachende Regierung dieses Geistes schrittweise immer mehr umgestaltet werden in das Bild Christi. Diese Umgestaltung ist noch nicht vollendet, denn wir gleiten weiterhin ab in alte Wege des Denkens und Handelns. Sie wird aber vollendet werden in der Wiederkunft Christi. Wer seine Neuheit in Christus nicht anerkennt, der verleugnet den Glauben. Andererseits warnt uns die Schrift auch davor, in dem jetzigen Zeitalter zu hoch von uns selbst zu denken. In dieser Spannung zwischen dem „schon jetzt“ und dem „noch nicht“ zwischen den beiden Zeitaltern lebt der Christ.

 

Mt 23,12: „Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“

Rö 6,14: „Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.“

Rö 8,2: „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“

Rö 12,1-2: „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“

2Kor 5,15: „… und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist.

Gal 2,20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“

1Joh 3,1-3: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie Ihn nicht erkannt hat. Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.“

1Joh 5,4: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

 

Die Bibel lehrt nicht die Möglichkeit der Erlangung einer sündlosen Vollkommenheit in diesem Leben. Wir halten aber Ausschau nach dieser Vollkommenheit in dem zukünftigen Zeitalter, wenn wir für ewig in der sichtbaren Gemeinschaft des Herrn auf der neuen Erde leben werden. Im Blick auf dieses kommende Leben ist der Weg des Christen in dieser Zeit ein Weg des Sieges über die Sünde in der Kraft des Heiligen Geistes und im Glauben.

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