Bibelauslegung

Die Offenbarung offenbart uns geistliche Dinge. Wir erfahren, wie es in der sichtbaren und in der unsichtbaren Welt aus der Sicht Gottes wirklich aussieht. So können wir in unserem täglichen Christenleben besser bestehen.


Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Das erste Prinzip
    (1) Kapitel 1-3: Christus inmitten der Leuchter: Die Gemeinde
    (2) Kapitel 4-7: Vision des Himmels, des Lammes in der Herrlichkeit und der Siegel
    (3) Kapitel 8-11: Die sieben Posaunen. Das Buch und die beiden Zeugen
    (4) Kapitel 12-14: Der Drache als Verfolger. Der Nachkomme Adams (der Herr) und seine Widersacher:
         Der Drache, die beiden Tiere, die Hure

    (5) Kapitel 15-16: Am gläsernen Meer. Die sieben Zornschalen
    (6) Kapitel 17-19: Der Fall Babylons
    (7) Kapitel 20-22: Die große Auflösung der alten Ordnung
Das zweite Prinzip
    Kapitel 1: Einleitung und Herkunft
    Kapitel 2-3: Zustand der Gemeinde
    Kapitel 4-5: Situation im Himmel
    Kapitel 6 und 7: Die ersten sechs Siegel
    Kapitel 8 und 9: Das siebte Siegel und die ersten sechs Posaunen
    Kapitel 10 und 11: Das Buch und die beiden Zeugen
    Kapitel 12: Satan verfolgt die Gemeinde
    Kapitel 13: Die zwei Tiere und das Malzeichen
    Kapitel 14: Die Hure Babylon
    Kapitel 15: Das gläserne Meer
    Kapitel 16: Die sieben Zornschalen
    Kapitel 17 und 18: Vernichtung der Hure
    Kapitel 19: Die Hochzeit des Lammes
    Kapitel 20: 1000 Jahre
    Kapitel 21: Neuer Himmel und neue Erde
    Kapitel 22: Strom des Wassers des Lebens
Literatur zum Thema

 

Einleitung

Das Buch der Offenbarung offenbart uns geistliche Dinge, so wie der Titel des Buches es deutlich sagt. Was wird uns geoffenbart? Ganz einfach ausgedrückt erfahren wir in diesem Buch, wie es in der sichtbaren und in der unsichtbaren Welt aus der Sicht Gottes wirklich aussieht. Der Herr Jesus Christus zeigt uns alle Dinge aus seiner Sicht, damit wir unser tägliches Christenleben verstehen und bestehen können.

Wir erfahren, wie Gott auf seinem Thron sitzt, wie der Herr Jesus Christus mit seinem Vater zusammen herrscht, wie er das versiegelte Buch der Pläne Gottes mit dieser Welt in der Hand hält und es öffnet. Wir lernen die Auswirkungen dieser Regierung des Herrn in unserer Welt kennen, und zwar betreffend die Zeit zwischen der Himmelfahrt Jesu Christi und seiner Wiederkunft zum Weltgericht am Ende. Johannes bezeichnet diese Zeitperiode in seinem ersten Brief als „die letzte Stunde“. Sie wird an einem unbekannten Tag plötzlich enden, wenn der Herr wiederkommt.

Wir sehen den praktischen und geistlichen Zustand der Gemeinde Gottes auf der Erde, ihre Bedrängnisse und Verfolgungen im sichtbaren Bereich, aber auch Gottes Warnungen an die Verfolger und seine Gerichte über die Verfolger. Das letzte und endgültige Weltgericht bei der Wiederkunft Christi wird uns an verschiedenen Stellen des Buches aus unterschiedlichen Blickwinkeln gezeigt. Die Welt wird im Feuer verbrannt, und mit ihr die Sünder. Zuvor werden die an diesem selben Tag noch lebenden Gläubigen zu dem Herrn entrückt. In den Kapiteln 21 und 22 erhalten wir schließlich einen Ausblick in die Ewigkeit des neuen Himmels und der neuen Erde, auf der die Gläubigen für immer wohnen werden. Soweit der sichtbare Bereich.

Das Buch gibt uns jedoch noch eine weitere Offenbarung, welche für uns ganz entscheidend ist. Ab dem 12. Kapitel sehen wir nämlich die Vorgänge in der unsichtbaren Welt. Wir haben jeden Tag mit diesen Feinden zu tun, obwohl wir sie mit unseren Augen nicht sehen. Alle Dinge, welche in unserem persönlichen Leben als Christen und in dieser Welt im Allgemeinen geschehen, können von uns nur deshalb wirklich verstanden werden, weil uns als Gläubigen in diesem Bibelbuch der Offenbarung die unsichtbaren Mächte gezeigt werden, welche als Verursacher hinter den sichtbaren Ereignissen stehen.

Wir sehen sie in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit: Zuerst den Teufel selbst in Kapitel 12. Danach seine Werkzeuge in der unsichtbaren Welt, mit deren Hilfe er seine Macht in der sichtbaren Welt ausübt: Die beiden Tiere in Kapitel 13. Schließlich noch die große Hure in Kapitel 14. Die Feinde werden in den folgenden Kapiteln nacheinander gerichtet und gehen genau in der umgekehrten Reihenfolge unter, in welcher sie geoffenbart wurden: Zuerst die Menschen, danach die Hure, dann die beiden Tiere, zuletzt der Teufel selbst. Der Untergang der Feinde wird uns in vier verschiedenen Unterabschnitten des Buches wiederum aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt. 

Wir kommen nun zu den einfachen Prinzipien der Gliederung des Buches, welche uns die Zusammenhänge klar und deutlich erschließen. Wir begeben uns geistlich in die Position eines Christen aus dem ersten Jahrhundert, welcher in den Verfolgungen leben musste. Viele dieser Christen konnten nicht einmal lesen und schreiben, so dass ihnen der Text vorgelesen wurde. Dennoch konnten sie den Inhalt klar erfassen, denn er sprach in ihr persönliches Leben hinein.

 

Das erste Prinzip

Das Buch besteht zunächst einmal aus sieben Teilen. Diese sind parallel gesetzt, und jeder Teil überspannt das gesamte Zeitalter der Gemeinde, vom ersten bis zum zweiten Kommen Christi. (Bei dem Versuch einer streng chronologischen und buchstäblichen Auslegung der Offenbarung steht der Leser vor dem Problem, dass der Text ein siebenfaches zweites Kommen des Herrn zum Gericht erwähnt. Bereits bei einfachster Textauslegung ist diese Art der Deutung somit eine völlige Unmöglichkeit.) Die sieben Teile sind:

 

(1) Kapitel 1-3: Christus inmitten der Leuchter: Die Gemeinde

Jeder Leuchter symbolisiert eine von sieben Gemeinden in der damaligen Provinz Asia, das ist in der heutigen Türkei. Jede Gemeinde beschreibt geistliche Zustände und äußere Bedingungen, welche sich während des gesamten Zeitalters der Gemeinde weltweit in den verschiedensten Ortsgemeinden bis zur Ankunft des Herrn wiederholen. Man kann sogar sagen, dass heute wie damals die einzelnen Christen in ihrem geistlichen Zustand das Bild einer der sieben Gemeinden zeigten und zeigen. Kapitel 1,5 zeigt angedeutet das erste Kommen Christi, Kapitel 1,7 das zweite Kommen. Ebenso steht in Kapitel 3,20 der Herr an der Tür. Er klopft an und kündigt somit sein bevorstehendes zweites Kommen an. Sein Klopfen ist nicht die demütige Bitte um Einlass, sondern die Ankündigung seiner sicher bevorstehenden Ankunft. Er wird einmal die Tür öffnen und kommen. Jetzt ist noch Zeit zur freiwilligen Umkehr. Dieser Teil überspannt somit das gesamte Gemeindezeitalter.

 

(2) Kapitel 4-7: Vision des Himmels, des Lammes in der Herrlichkeit und der Siegel

Zunächst wird im Himmel der Herr auf dem Thron Gottes gezeigt, wie er als das siegreiche Lamm regiert. Das ist bereits seit der Himmelfahrt des auferstandenen Herrn Jesus ununterbrochen der Fall. Der Himmel regiert! Die Siegel zeigen danach neben dem Zeugnis des Evangeliums die verschiedenen Formen der Verfolgungen und andere Lebensumstände, denen die Gemeinde ausgesetzt ist. Am Ende von Kapitel 6 findet sich ein Hinweis auf das Endgericht. Kapitel 7 zeigt am Ende den Zustand der Erlösten auf der Erde und im Himmel. Auch hier wieder das ganze Gemeindezeitalter.

 

(3) Kapitel 8-11: Die sieben Posaunen. Das Buch und die beiden Zeugen

Sie sprechen von den warnenden Gerichten, welche während des Gemeindezeitalters immer wieder die Verfolger der Christen treffen. Gleichzeitig gibt die Gemeinde ihr Zeugnis und ist siegreich. Auch hier zum Schluss wieder ein deutlicher Hinweis auf das Endgericht und den Jubel der Erlösten. Das ganze Gemeindezeitalter.

 

(4) Kapitel 12-14: Der Drache als Verfolger. Der Nachkomme Adams (der Herr) und seine Widersacher: Der Drache, die beiden Tiere, die Hure

In 12,5 finden wir die Geburt und die Himmelfahrt des Messias im gleichen Vers. Dann werden uns die Verfolger vorgestellt: Der Teufel, die beiden Tiere, die Hure Babylon. Am Ende wieder ein eindringlicher Blick auf das Endgericht im Bild der doppelten Ernte. Das ganze Gemeindezeitalter.

 

(5) Kapitel 15-16: Am gläsernen Meer. Die sieben Zornschalen

Zuerst der Blick in den Himmel mit der Schau auf die Erlösten, dann die endgültigen Gerichte über die Menschen auf der Erde am Ende. Die Schalen laufen inhaltlich und zeitlich parallel zu den Posaunen: Land, Meer, Flüsse, Sonne und Gestirne, der Abgrund und die Dämonen, der Euphrat, das Endgericht. Am Ende auch hier wieder ein klarer Hinweis auf das letzte Gericht und Harmageddon. Vergleichen Sie das Ende von Kapitel 16 mit dem Ende von Kapitel 6.

 

(6) Kapitel 17-19: Der Fall Babylons

Im Kapitel 17 die Beschreibung der Hure, so wie sie zu allen Zeiten ausgesehen hat und noch immer  aussieht. Am Ende in Kapitel 19 das zweite Kommen Christi zum Gericht, das Gericht über die Hure, die beiden Tiere und die Menschen, die die Gemeinde verfolgt haben. Auch hier wieder ein Überblick über das gesamte Zeitalter des Evangeliums.

 

(7) Kapitel 20-22: Die große Auflösung der alten Ordnung

Das Binden des Satans und sein Absturz zu Beginn des 20. Kapitels (Anfang des Gemeindezeitalters, siehe hierzu die Übereinstimmung mit dem Kampf im Himmel in Kapitel 12; es handelt sich hier in Kapitel 20 um eine unübersehbare Rekapitulation der Ereignisse aus Kapitel 12, und zwar so unübersehbar, dass sogar die gleichen Namen und Begriffe des Teufels genannt werden). Am Ende von Kapitel  20  wieder das Endgericht und das Ende des Teufels. In Kapitel 21 und 22 die ewige Ordnung. Auch hier wieder das gesamte Gemeindezeitalter, dazu ein Ausblick in den erneuerten Weltzustand.

 

Das Buch zeigt außerdem eine klar fortgesetzte Handlungslinie vom ersten bis zum letzten Kapitel, welche die vorgenannten sieben Teile in harmonischer Weise durchzieht. Hierzu nun ein kurzer Überblick. Wer diese einfachen Dinge versteht und beherzigt, der kann das Buch der Offenbarung als eine großartige Hilfe mitnehmen in seinen täglichen geistlichen Kampf in der Nachfolge des Herrn. Genau dazu ist das Buch nämlich auch gedacht. Es zeigt uns die Zusammenhänge vor und hinter den Kulissen, damit wir unser Christenleben auf dem Hintergrund der Gedanken Gottes und der Feinde Gottes verstehen können. Die Sprache muss dabei nicht wörtlich, sondern bildlich verstanden werden. Es ist der „apokalyptische Schreibstil“, nach welchem eine ganze Literaturgattung zur Zeit der Niederschrift der Offenbarung benannt war. Eine rein buchstäbliche Auslegung führt zu teilweise höchst bedenklichen Fehldeutungen und Verdrehungen der Botschaft. Die Zuhörer im ersten Jahrhundert hatten den gleichen geistlichen Segen davon wie wir heute auch. Und nun los.

 

Kapitel 1: Einleitung und Herkunft

Der Gruß an die Christen, die es lesen oder hören werden. Der eindringliche Hinweis, die geoffenbarten Dinge zu beherzigen und danach zu leben, denn diese Dinge werden sehr bald anfangen zu geschehen und sich bis zum zweiten Kommen des Herrn ohne Unterbrechung fortsetzen. Der Hinweis auf das erste und das zweite Kommen des Herrn. Der siegreiche geistliche Status der Gemeinde in allen Dingen: Könige und Priester, ein für alle Mal gereinigt durch das Blut des Lammes.

 

Kapitel 2-3: Zustand der Gemeinde

Der Zustand der Gemeinde auf der Erde mit allen Problemen. Der Herr inmitten der Leuchter der Gemeinden. Der Herr sieht den geistlichen und praktischen Zustand der Ortsgemeinden und der einzelnen Gläubigen. Er beschreibt die Probleme, er gibt teils Lob, teils Ermahnung, teils auch Warnungen. Der Leuchter der Gemeinde, also ihre Zeugniskraft, kann auch weggenommen werden, wenn der praktische Wandel nicht korrigiert wird. Dasselbe gilt für die einzelnen Gläubigen. Die Probleme: In Ephesus Urteilsvermögen ohne die erste Liebe (die Nächstenliebe). In Smyrna die Verfolgung bis auf den Tod: arm und doch reich, kein Tadel. In Pergamus die Gegenwart des Thrones Satans. Dennoch die Irrlehre der Nikolaiten: die Verführung Bileams. In Thyatira Liebe ohne Urteilsvermögen. Zulassung der Isebel mit ihrer moralischen und sexuellen Verführung. In Sardis falsches geistliches Leben: Anschein von Leben, aber letztlich der Tod. In Philadelphia die kommende Stunde der Versuchung und die Synagoge des Satans. Kein Tadel. Die offene Tür des Reiches Gottes, der freie Zugang zu Gott, die Bewahrung in den Versuchungen. In Laodizea weltlicher Reichtum und geistliche Armut. Kein Zeugnis mehr. Geistlicher Tod.

 

Kapitel 4-5: Situation im Himmel

Ein Blick auf die Situation im Himmel, wie sie seit der Himmelfahrt des Herrn Jesus Christus besteht. Es ist die Wirklichkeit, die wir mit unseren Augen auf der Erde nicht sehen können. Gott offenbart sie uns aber hier in der Offenbarung, damit wir als Christen wissen, wie die Machtverhältnisse im unsichtbaren Bereich wirklich aussehen. Das Lamm ist der Löwe aus Juda, es ist der große Überwinder. Der Herr Jesus Christus ist seit seiner Himmelfahrt verherrlicht auf dem Thron zur Rechten des Vaters. Er regiert uneingeschränkt. Er öffnet das siebenfach versiegelte Buch der Pläne Gottes. Er regiert über alle Ereignisse der Geschichte. Er kontrolliert das Leben der Gemeinde und das Leben der Verfolger. Alles wird zu seinem Ziel gebracht. Niemand kann sich seinem Willen entgegenstellen. Einmal wird sich jedes Knie vor ihm beugen, auch die Knie aller Feinde.

 

Kapitel 6 und 7: Die ersten sechs Siegel

Das erste Siegel: Die Weltmächte in der Hand Gottes als Werkzeug seiner irdischen Wege mit der Gemeinde und seiner Gerichtswege mit allen Ungläubigen. Das zweite Siegel: Die gewalttätige Verfolgung der Zeugen Gottes und des Zeugnisses, aber auch die Gewalt zwischen Ungläubigen untereinander als Werkzeug des Gerichtes Gottes. Das dritte Siegel: Armut und Hunger für die Zeugnis gebende Gemeinde in der Welt, aber auch als Gerichte über die Ungläubigen. Das vierte Siegel: Kriege in der Welt. Das fünfte Siegel: Die Klage der Märtyrer unter dem Altar im Himmel: Wie lange noch? Das sechste Siegel: Die Antwort auf das fünfte Siegel: Bis zum letzten Gericht, welches angekündigt wird. Danach in Kapitel 7 ein Blick auf die kämpfende Gemeinde in den irdischen Umständen im Bild Israels (Verse 1-8) und auf die verherrlichte Gemeinde im Himmel im Bild aller Nationen (Verse 9-17). Die Gemeinde ist bewahrt in allen Umständen, auch durch den Tod hindurch.

 

Kapitel 8 und 9: Das siebte Siegel und die ersten sechs Posaunen

Die Gebete der Heiligen unter dem siebten Siegel, welche zum Thron Gottes aufsteigen. Die Posaunen sind die unmittelbare Folge der Gebete der Heiligen in der Verfolgung. Gott bringt auf die Gebete der Heiligen hin die warnenden Posaunengerichte über die Verfolger. Es wird jeweils ein dritter Teil zerstört. Noch ist Zeit zur Umkehr für die Verfolger.

Die erste Posaune: Feuer, Hagel und Blut auf der Erde. Gerichte durch Naturkatastrophen auf dem Land. Die zweite Posaune: Katastrophen im Meer. Die dritte Posaune: Katastrophen im Bereich der Flüsse und Quellen, also der Trinkwasserversorgung der Menschen. Die vierte Posaune: kosmische Katastrophen wie Meteoriten, Schwankungen der Sonne und so weiter. Die fünfte Posaune: Dämonische Einflüsse aus dem Abgrund werden freigesetzt und plagen die Menschen. Die Sünde, das Unrecht und der Wahnsinn der Menschen werden nicht mehr eingedämmt, das Chaos entsteht. Die sechste Posaune: globale Kriege mit gewaltigen Zahlen von  Soldaten, Waffen und Opfern werden beschrieben. Kapitel 9,20-21: Die Gottlosen kehren nicht um!!

 

Kapitel 10 und 11: Das Buch und die beiden Zeugen

Das Buch ist das Zeugnis des Evangeliums. Die Wurzel findet sich bei Hesekiel im Alten Testament, der auch ein Buch essen musste. Das Evangelium ist eine süße Botschaft, es ist das Wort der ewigen Errettung. Wenn es gegessen wurde, dann führt es aber für die Gläubigen zu bitteren Verfolgungen und zu bitteren Zurückweisungen von der Hand derer, die es ablehnen. Inmitten der Siegel, also inmitten der Verfolgungen, zugleich aber auch inmitten der Posaunengerichte über die nicht umkehrenden Verfolger, gibt die Gemeinde ihr Zeugnis.

Johannes muss mit einer Rute den Tempel Gottes messen. Den Vorhof soll er nicht messen, denn er wird von den Heiden zertreten werden für 42 Monate. Das ist das Bild. Was bedeutet es? Der Tempel Gottes in der Gemeindezeit ist die Gemeinde selbst (1Kor 3,16; 2Kor 6,16). In der Offenbarung bezeichnet das griechische Wort „naos“ ausnahmslos entweder den jetzigen himmlischen Tempel oder den ewigen Tempel der Zukunft. So also auch in Off 11,2. Die Gemeinde  wird  hier gemessen, so wie sie in Kapitel 7 gezählt wurde. Die echten Gläubigen sind von Gott bereits seit der Ewigkeit im Voraus gekannt, gemessen und gezählt, sie stehen unter Gottes ewigem und absolutem geistlichem Schutz. Das Vermessen stellt in geistlicher Hinsicht dar, dass eine von Gott seit der Ewigkeit im Voraus geplante Sache zur Ausführung kommt, nämlich der Aufbau seiner Gemeinde. Das Bild des Tempels deutet hier die geistliche Einheit der Gemeinde als Ganzheit an. In der Gemeinde, also in seinem neuen Tempel, wohnt Gott in Ewigkeit im Innersten der Herzen. Der Bau dieses Tempels begann an Pfingsten und wird fortdauern bis zur Wiederkunft des Herrn zum Gericht am Jüngsten Tag. Der Satan und die Welt werden diesen Tempel niemals zerstören können.

Nach ihrem äußerlichen Leben in der Welt und nach ihrer leiblichen Existenz, repräsentiert durch den Vorhof, stehen die Gläubigen jedoch nicht unter dem absoluten Schutz Gottes. So wie Christus in der Welt gelitten hat, so werden auch die Christen leiden für eine Zeit, und viele werden auch für den Namen des Herrn sterben. Der Vorhof der Gemeinde, die leiblich sichtbare Gemeinschaft der Gläubigen, wird von der Welt zertreten, sie ist äußerlich verwundbar, ohne jedoch jemals ganz unterzugehen (Joh 16,33; Joh 17,15). Der Altar (11,1: „thysiasterion“) ist der Ort des Opfers und des Leidens der Gemeinde, der himmlischen Gemeinschaft Gottes, noch in dieser Welt. Dies dauert an für symbolisch 42 Monate (dreieinhalb Jahre), also während des gesamten Gemeindezeitalters. Die Gemeinde wird in ihrem gesamten Dienst bis zum Ende ebenso zu leiden haben wie der Herr. Der Dienst des Herrn dauerte nämlich dreieinhalb wirkliche Jahre, und während dieser Zeit wurde der Herr unentwegt verfolgt, bis er schließlich zur Kreuzigung überliefert wurde. Dies alles geschah nach dem ewigen Plan Gottes, den der Herr willig ausführte. Die Kreuzigung war nicht ein „Plan B“ Gottes, nachdem die Juden den Herrn abgelehnt hatten. Dieser Gedanke ist völlig abwegig, denn er beraubt Gott sowohl seiner Allwissenheit als auch seiner Allmacht. Der Herr kam in die Welt mit der erklärten Absicht, zu sterben (Mt 20,28; Mk 10,45). So ist auch Jerusalem bzw. die große Stadt in diesem Bild in der Offenbarung eine Darstellung der ganzen ungläubigen Welt, die die Gemeinde verfolgt. In 11,8 kommt es klar und deutlich zum Ausdruck: Es ist die große Stadt (das ist: die ganze Welt), die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt (wieder die Bosheit der Welt), wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist.

Dann kommen die zwei Zeugen, und auch sie dienen für 1260 Tage, das sind wiederum die 42 Monate, und somit ein Bild für das gesamte Evangeliumszeitalter. Wer sind sie? Im Alten Testament sehen wir sie vorgeschattet in Mose und Elia, aber genauso auch in Josua und Serubbabel, sowie in Elia und Elisa. Elia tat den Dienst des Gesetzes, Elisa den Dienst der Gnade. Die Erfüllung des Bildes kam in Johannes dem Täufer und dem Herrn Jesus selbst: Johannes mit dem Dienst der Buße unter dem Gesetz, der Herr selbst mit dem Dienst der Gnade und Wahrheit. Der Herr sagt selbst: „Wenn ihr es glauben wollt: Elia ist schon gekommen“. Er sprach von Johannes, dem Täufer.

So hat auch die ganze Bibel zwei Zeugen, nämlich das Alte und das Neue Testament. Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament kommen entscheidende Stellen vor, an denen über zwei Zeugen geredet wird: 5Mo 17,6; 5Mo 19,15; Mt 18,16; 2Kor 13,1. Sehr auffällig ist, dass es genau 2 x 2 Stellen sind. Das Zeugenprinzip hat also sehr stark mit der Zahl zwei zu tun, und es ist untrennbar mit dem Evangelium verknüpft, denn auch der Herr sendete seine Jünger immer wieder zu zweit aus (Lk 10,1-2), um das Evangelium zu verkünden. Es sind im Evangelium auch immer zwei Gruppen: die Zeugen und die Hörer.

Wenn wir in Sach 4 die zwei Ölbäume (die zwei Söhne des Öls, also die Zeugen des Heiligen Geistes) sehen, dann sind sie dort untrennbar mit sieben Lampen verbunden. Auch dieses Bild weist klar auf die Verkündigung des Evangeliums im neuen Bund hin. Im direkten Kontext von Sach 4 weisen die beiden Söhne des Öls natürlich auf Josua den Priester und Serubbabel den Fürsten oder König hin, welche das Volk Gottes führten und den Tempelbau leiteten. Jedoch ist bereits Sach 6,12-13 eine klare Prophetie auf den Herrn Jesus selbst, welcher König und Priester in einer Person sein wird. Der wahre und endgültige Tempel Gottes wird nach Sach 4,6-7 auch nicht durch Macht und Kraft gebaut werden, sondern durch den Geist Gottes. Der Schlussstein ist hier wiederum ein klarer Hinweis auf den Stein aus Dan 2, sowie auf den Grundstein und den Eckstein der Gemeinde, den Herrn Jesus selbst. Josua und Serubbabel bauten gegen Widerstand den Tempel, und genauso tut es auch die Gemeinde. In Off 2 und 3 sehen wir sieben Leuchter als Bilder der sieben Gemeinden Kleinasiens. Die Gemeinden selbst sind die äußere Darstellung des Evangeliums in der Welt, sie werden gesehen. Ihr geistliches Licht kann aber nur leuchten, wenn sie das Öl der beiden Ölbäume, also das Öl des Zeugnisses Gottes durch den heiligen Geist, besitzen.

In der Gesamtschau aller dieser Dinge ist es somit klar, dass die zwei Zeugen in Off 11 ein  Bild für das Zeugnis des Evangeliums in der Welt sind, gegeben durch die Gemeinde, und zwar während des gesamten Evangeliumszeitalters, symbolisch dargestellt durch die 1260 Tage oder 42 Monate, was dreieinhalb Jahren entspricht und somit die Zeit des öffentlichen Dienstes unseres Herrn Jesus Christus auf der Erde darstellt. So wie der Herr während seines gesamten Dienstes verfolgt wurde, so wird es auch der Gemeinde allezeit bis zur Wiederkunft des Herrn für symbolische dreieinhalb Jahre ergehen. Die Gemeinde ist dabei das königliche Priestertum, das wahre Israel, angedeutet in dem zweifachen Bild von Sach 4+6, erfüllt in dem Herrn Jesus selbst (2Mo 19,5-6; Hes 40,2; Off 1,6; 1Pe 2,9). Die alttestamentliche Wurzel der Zeit von dreieinhalb Jahren findet sich im Dienst des Elia. Auch er wurde zusammen mit dem nahezu unbekannten gläubigen Überrest in Israel unter schwierigsten Umständen für dreieinhalb Jahre verfolgt, bevor Gott direkt aus dem Himmel den Sieg gab.

Am Ende des 11. Kapitels folgt die siebte Posaune, welche das unmittelbare Kommen des Herrn zur Rettung der bedrängten Gläubigen und zum Gericht über die unbußfertigen Verfolger bringt. Sie ist identisch mit der Posaune aus 1Thes 4 und 1Kor 15. Die Elemente stimmen exakt miteinander überein. Es ergibt keinen Sinn, die Posaune aus 1Thess 4 mit einer sogenannten „geheimen Vorentrückung“ in Verbindung zu bringen.

 

Damit ist das Ende der ersten Hälfte des Buches erreicht. Hier sind wir nun am zentralen Wendepunkt der Offenbarung angelangt. In den ersten 11 Kapiteln war von der Gemeinde die Rede, von dem Herrn inmitten der Gemeinde, von den vielfältigen Verfolgungen auf der Erde unter den Siegeln, von der Bewahrung der Gläubigen, von den Warnungen für die Ungläubigen unter den Posaunen, sowie schließlich vom Endgericht beim Kommen des Herrn auf die Erde. Ab Kapitel 12 schwenkt der Blick jetzt um hinter die Kulissen. Wir sehen die Verfolger der Gemeinde im unsichtbaren Bereich, und zwar in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit: Zuerst den Teufel in Kapitel 12, dann die beiden Tiere in Kapitel 13, dann die Hure angedeutet in Kapitel 14. Zuletzt sehen wir dann, wie der Untergang der Feinde in umgekehrter Reihenfolge ihrer Wichtigkeit geschieht: Zuerst die menschlichen Verfolger aus dem ersten Teil des Buches in Kapitel 16 unter den Schalengerichten, dann die Hure in Kapitel 17 und 18, dann die beiden Tiere in Kapitel 19, zuletzt den Satan in Kapitel 20. Die Kapitel 21 und 22 geben einen Ausblick in den ewigen Zustand des neuen Himmels und der neuen Erde, sowie den Schluss des Buches mit letzten Ermahnungen und dem letzten Segen.

 

Kapitel 12: Satan verfolgt die Gemeinde

Der Satan will den Sohn der Frau Israel, den Herrn, verschlingen. Der Herr tut seinen Dienst, er wird in den Himmel aufgenommen bei seiner Himmelfahrt in Apostelgeschichte 1. Der Teufel und seine Dämonen werden aus dem Himmel hinausgeworfen auf die Erde. Dort will der Satan die Frau, also nunmehr das Israel des neuen Bundes, die Gemeinde Christi, vernichten. Dies gelingt ihm nicht. Also verfolgt er die Übrigen ihres Samens, das sind die einzelnen Gläubigen. Hier ist der geistliche Hintergrund für alles was wir unter den Siegeln und unter den Posaunen gesehen haben, aber auch für die Ereignisse aus den Kapiteln 10 und 11.

 

Kapitel 13: Die zwei Tiere und das Malzeichen

Das erste Tier, das Tier aus dem Meer. Es ist die große säkulare Weltmacht, die Reiche, Könige, Dynastien und Obrigkeiten der Welt, welche zu allen Zeiten Feinde und Unterdrücker der Gemeinde waren und sind. Das zweite Tier, das Tier aus der Erde. Es ist die Weltmacht der falschen Religion in allen ihren verschiedenen Formen, wie sie die Gemeinde Jesu durch das gesamte Zeitalter der Evangeliumsverkündigung hindurch verfolgt hat. Falsche Zeichen und Wunder in den verschiedenen Religionen. Die Zahl 666 als Ausdruck des menschlichen und teuflischen Weltsystems. Sie steht im Gegensatz zu der Macht Gottes, welche durch die Zahl 7 in allen ihren Variationen und Vielfachen repräsentiert ist. Das Malzeichen des Tieres an der rechten Hand der Gottlosen als Symbol für ihr gottloses Handeln, an der Stirn der Gottlosen als Symbol für ihr gottloses Denken.

 

Kapitel 14: Die Hure Babylon

Der Fall der Hure Babylon angedeutet. Die Hure ist das gesamte verführerische Weltsystem, die gesamte weltliche Macht der Sünde, welche die Gläubigen vom Herrn abzuziehen versucht. Kultur, Kunst, Idealismus, imponierende menschliche Leistungen, Reichtum, Bequemlichkeit, Luxus, Sex, Sport und so weiter. Das Kapitel mündet ein in das Endgericht, und zwar im Bild einer zweifachen Ernte: zuerst die Ernte der Gläubigen der Erde mit der Sichel beim Kommen des Herrn, danach die Weinernte mit dem Treten der Ungläubigen in der Kelter des Grimmes Gottes.

 

Kapitel 15: Das gläserne Meer

Die Erlösten am gläsernen Meer singen das Lied Moses, das Lied der Erlösung. Sie schauen auf die sieben Engel mit den Schalen, welche die letzten und endgültigen Gerichte bringen. Rö 8,35-38. Die Gläubigen werden auf dieser Erde vieles erleiden, vielleicht sogar in den Tod gehen, aber sie sind letztlich sicher vor der ewigen Verdammnis, welche durch die letzten Gerichte über die Ungläubigen hereinbricht. Jetzt gibt es auf der Erde keinen Aufschub mehr. Alles, was nun bis Kapitel 20 folgt, sind parallel geschaltete Betrachtungen des Endgerichts über die verschiedenen Feinde. Alle diese Kapitel beschreiben das gleiche Handeln Gottes. Sie haben jedoch verschiedene Gruppen im Blick. Es handelt sich nicht um aufeinander folgende Ereignisse, sondern um dieselben Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven. Die Feinde der Gemeinde werden in umgekehrter Reihenfolge ihrer Wichtigkeit gerichtet. Zuerst die Menschen, dann die Hure, dann die beiden Tiere, zuletzt der größte Feind, der Urheber allen Übels: der Satan selbst.

 

Kapitel 16: Die sieben Zornschalen

Sie laufen genau parallel zu den Posaunen aus Kapitel 8, 9 und 11. Die Erde; das Meer; die Flüsse und Wasserquellen; die Sonne; der Thron des Tieres; der Strom Euphrat, die Dämonen; die endgültige physische Vernichtung der Erde. Sie zerstören nicht nur ein Drittel, sondern das Ganze. Nach den Warnungen der Posaunen mit der Möglichkeit zur Umkehr für die Gottlosen, welche nicht beachtet wurden (Kapitel 9,20-21) folgt nun der endgültige Untergang. Man beachte auch die Parallelität zu den Plagen über die Ägypter im Buch 2. Mose: zuerst Warnung, dann Verhärtung der Herzen, dann der endgültige Untergang. Auch im Leben einzelner Menschen, welche gottlos lebten und die Gemeinde verfolgten, hat Gott immer wieder so gehandelt: Warnung, Ruf zur Buße, Verhärtung, endgültiges Gericht.

 

Kapitel 17 und 18: Vernichtung der Hure

Die genaue Beschreibung der Hure und ihre Vernichtung durch die Hörner des Tieres. Die Schönheit und die Herrlichkeit der Welt in ihrer heutigen Form werden voll und ganz vernichtet. Die Tiere vernichten die Hure. In der Geschichte war dies wiederholt der Fall: Zerstörung der Kultur und der Lebensumstände der Menschen durch die Abfolge brutaler Reiche mit kriegerischen (erstes Tier) oder religiösen (zweites Tier) Konflikten. Ganz am Ende wird dies aber nicht mehr scheinbar durch die Hand von Menschen sein, sondern durch die Hand des kommenden Herrn. Weitere Beschreibung des Untergangs der Hure und der Reaktion der Menschen auf den völligen Verlust der Herrlichkeiten dieser Welt.

 

Kapitel 19: Die Hochzeit des Lammes

Die Hochzeit des Lammes. Jubel im Himmel über die Tatsache, dass Gott seine neue Welt gründet. Die Ankunft des Herrn auf der Erde zum Gericht. Die Vernichtung der beiden Tiere, das ist die Vernichtung aller weltlichen Regierungsmacht und aller religiösen Macht dieser Welt, geschieht in einem Augenblick. Sie wird nur in wenigen Worten besprochen um anzudeuten, wie schnell und endgültig der Herr dieses Problem erledigen wird.

 

Kapitel 20: 1000 Jahre

Die Niederwerfung des Teufels aus dem Himmel auf die Erde am Anfang des Kapitels, parallel zu Kapitel 12. Dies geschah nach der Himmelfahrt des Herrn. Kapitel 12 gibt die zeitliche Zuordnung, hier in Kapitel 20 wird es noch einmal rekapituliert. Die Herrlichkeit der auf der Erde gestorbenen Gläubigen im Himmel während des Gemeindezeitalters, symbolisiert durch die Zahl 1000 Jahre. Die Loslassung des Teufels am Ende des Evangeliumszeitalters für eine kurze Zeit. Er verführt die Nationen und das Evangelium wird erstickt. Die beiden Zeugen aus Kapitel 11 liegen tot auf der Straße und die gottlose Welt freut sich für einen kurzen Moment. Der Satan versucht in einem letzten globalen Angriff die Gemeinde zu vernichten, was ihm in den Jahrhunderten zuvor verboten war, weil er gebunden war. Die Vernichtung des Satans und all seiner Anhänger im letzten Gericht beim Kommen des Herrn. Das Endgericht vor dem großen weißen Thron. 

 

Kapitel 21: Neuer Himmel und neue Erde

Der ewige Zustand. Das neue Jerusalem, die Stadt Gottes, also der Ort der Gemeinschaft aller Erlösten aus der alten und aus der neuen Heilszeit, jetzt in ihrem ewigen Zustand dargestellt, kommt aus dem Himmel auf die neue und ewige Erde herab, auf welcher Gerechtigkeit wohnt.  Die Braut des Lammes (die Gemeinde), welche durch die Hochzeit des Lammes zu seiner Frau geworden ist. Der Herr inmitten der Gemeinde auf ewig: Das Lamm, die Lampe.

 

Kapitel 22: Strom des Wassers des Lebens

Der Strom des Wassers des Lebens: die unwandelbare Fülle des Segens des Heiligen Geistes in der Gemeinde für immer und ewig. Keine Sünde mehr. Danach abschließende Ermahnungen im Schlussteil: Erneute Ermahnung an die Gottlosen, das Wasser des Lebens umsonst zu nehmen, um gerettet zu werden. Die Ermahnung an die Gemeinde: nochmals der eindringliche Hinweis, die geoffenbarten Dinge zu beherzigen und danach zu leben, denn diese Dinge werden sehr bald anfangen zu geschehen und sich bis zum zweiten Kommen des Herrn ohne Unterbrechung fortsetzen. Der Hinweis auf das erste und das zweite Kommen des Herrn (Alpha und Omega, Anfang und Ende). Der Schlussteil ist identisch mit der Einleitung aus Kapitel 1. Dies ist der unumstößliche Beweis dafür, dass das Buch für alle Christen des gesamten Evangeliumszeitalters geschrieben wurde. Es hatte für die Christen des ersten Jahrhunderts genau die gleiche Alltagsrelevanz wie für uns heute. Es ist das Buch für die geistliche Stärkung in der alltäglichen Nachfolge des Herrn durch diese Welt hindurch, und zwar von seiner Himmelfahrt bis zu seiner Wiederkunft. Diese Wiederkunft wird sich nicht in zwei oder gar drei Abschnitten ereignen, sondern am letzten Tag beim Schall der letzten Posaune unter Entfaltung kolossaler weltweiter Machtzeichen.

 

Literatur zum Thema

Samuel E. Waldron: Endzeit? Eigentlich ganz einfach. Deutsche Ausgabe Betanien Verlag 2013. ISBN: 978-3-935558-43-3.

Dennis Johnson: Der Triumph des Lammes. Deutsche Ausgabe im Betanien Verlag 2014. ISBN: 978-3-935558-30-3.

William Hendriksen: More Than Conquerors. An Interpretation of The Book of Revelation. Baker Books London, 1998. ISBN: 978-0-8010-5792-2.

Gregory K. Beale: The Book of Revelation. William B. Eerdmans Publishing Company, Grand Rapids Michigan 1999. ISBN: 978-0-85364-851-2.

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